«Zentral oder dezentral macht einen Unterschied»
Stadtrat Markus Brüllmann über die im Juni stattfindende Abstimmung über die Sanierung des Hauses Sallmann und der Scheune.
Stadtrat Markus Brüllmann IDSK
Stadtrat Markus Brüllmann über die im Juni stattfindende Abstimmung über die Sanierung des Hauses Sallmann und der Scheune.
Stadtrat Markus Brüllmann, seit bald sieben Jahren arbeiten Sie im Haus Sallmann, als verantwortlicher Stadtrat der Sozialen Dienste. Was bedeutet Ihnen dieser Arbeitsplatz persönlich?
Stadtrat Brüllmann: Es ist ein Privileg, in einer der schönsten Liegenschaften der Stadt arbeiten zu dürfen. Darüber hinaus bietet und ermöglicht dieser Arbeitsplatz den direkten Kontakt zu meinen Mitarbeitenden und gelegentlich auch zu den Klientinnen und Klienten.
Vor rund zehn Jahren (2016) wurde das Haus Sallmann umfassend saniert, weshalb nur punktuelle Eingriffe vorgesehen sind. Können Sie diese kurz beschreiben?
Genau, damals legten wir die Ressorts der Berufsbeistandschaft und der Sozialhilfe zusammen und entschieden, den Eingangs- und Schalterbereich im Erdgeschoss neu zu gestalten sowie den barrierefreier Zugang ins Gebäude mit einer Zugangsrampe zu ermöglichen. Gleichzeitig wurden die Büros den Bedürfnissen der Abteilung angepasst, das Dach isoliert und der Dachraum als Arbeitsflächen ausgebaut. Zudem mussten Massnahmen für den Brandschutz umgesetzt werden.
Was passiert mit der Scheune?
Die Scheune dient seit Jahren als Garage und als Werkplatz der Arbeitsintegration. Darüber ist ein kleines Büro eingerichtet. Ein Sozialraum befindet sich im Erdgeschoss der Liegenschaft. Als Teil dieses historischen und denkmalgeschützten Gebäudes ist die Scheune massiv unternutzt. Eine Sanierung bringt die Chance, alle Abteilungen der Sozialen Dienste unter einem Dach zusammenzuführen. Das würde bedeuten, dass das Ressort Sozialversicherungen von der Markstrasse ins Haus Sallmann umziehen könnte. Ebenfalls könnten die beiden Werkplätze der Arbeitsintegration, «Marktstrasse und Sallmann» im Haus Sallmann, zusammengelegt werden. Zentral oder dezentral macht einen Unterschied.
Sie meinen, die Zusammenführungen hätte Auswirkungen auf das Team?
Die Zusammenarbeit und das «Wir-Gefühl» könnte gestärkt, die organisatorischen Abläufe vereinfacht werden. Aus meiner Sicht macht es Sinn, alle Einheiten unter einem Dach zu vereinen. Die Wege sind kurz und die Klientinnen und Klienten finden sämtliche Ressorts und Anlaufstellen an einer Adresse.
Im Haus Sallmann befinden sich nicht nur Büros der Sozialen Dienste, sondern auch der Narrenkeller. Ist dieses Vereinslokal auch Teil der Sanierung?
Der Narrenkeller ist fast so historisch wie das Haus selbst (lacht), er gehört zu Kreuzlingen und beschert uns während des Jahres zahlreiche gesellschaftliche und kulinarische Highlights und das soll auch so bleiben. Auch der Narrenkeller müsste sich einer Verjüngungskur unterziehen. Unter anderem betrifft dies die Lüftung, Fluchtwegsicherung und Brandschutzmassnahmen.
Für das Haus Sallmann wählte man ein Planerwahlverfahren. Hat sich dieser Entscheid bewährt?
Auf jeden Fall. Der Stadtrat hat dieses Verfahren gewählt, weil die Tiefe des Eingriffs beim Haus Sallmann weniger gross ist als beim Stadthaus-Perimeter. Wie oben erwähnt, hat das Haus Sallmann bereits eine Renovation hinter sich. Insofern war das Ziel, die bestmögliche Lösung zwischen Anbau, Umbau und Ertüchtigung zu finden.
Ist dieses Ziel erreicht worden?
Uneingeschränkt Ja - basierend auf zahlreiche Rückmeldungen und meiner persönlichen Einschätzung. Das Kreuzlinger Generalplanerteam Ryf Scherrer Ruckstuhl Architekten AG arbeitete die Sanierung hervorragend aus und verstanden, die Gebäudeteile wie aus einem Guss zu erschliessen und gleichzeitig die zahlreichen gesetzlichen Vorgaben zu berücksichtigen. Der respektvolle Umgang mit diesem historischen Gebäude zeigt sich in der sehr gelungenen Gesamterscheinung.
IDSK
Lade Fotos..