04.06.2026 09:23
Stiftsbibliothek St. Gallen – Ein Wunder
Im Rahmen des Deutschunterrichts besuchten Schülerinnen und Schüler der zweiten Oberstufe aus Tägerwilen die wunderschöne Stiftsbibliothek in St. Gallen, um einen Einblick in das Deutschthema «Bibliotheken» zu bekommen.
Das Abenteuer begann für die Schüler und Schülerinnen schon mit der Zugfahrt. Diese dauerte etwa eine Stunde in der genug Zeit war, den mitgenommenen Lunch zu essen. An der Bibliothek angekommen mussten alle Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrpersonen ihre Sachen, die sie nicht mitnehmen durften, in einen Metallkorb legen. Dieser wurde anschliessend abgeschlossen.
Die Führung startete im Barocksaal. Für diesen musste man Filzpantoffel anziehen, damit der 250 Jahre alte Saalboden nicht beschädigt wird. Die Stiftsbibliothek gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Sie ist eine der ältesten Bibliotheken Europas. In dieser Bibliothek hat es Bücher, die mehr als 1200 Jahre alt sind. Ausserdem hat es in der Stiftsbibliothek einen karolingischen Bauplan aus dem 9. Jahrhundert. Laut Führungsperson sind im Saal ca. 30.000 Bucher ausgestellt.
Früher haben Mönche Bücher von Hand geschrieben, dies war ziemlich aufwändig und deswegen waren nur bestimmten Personen Bibliotheken zugänglich. Dies änderte sich im 15. Jahrhundert, als der Buchdruck erfunden wurde. Alles ging einfacher, Bibliotheken spezialisierten sich und wurden auch für die Öffentlichkeit zugänglich.
In diesem Saal ist auch eine 200 Jahre alte Mumie untergebracht, samt Sarkophag. Die Mumie namens «Schepenese» wurde wahrscheinlich von Grabräubern von Ägypten nach Europa gebracht.
Weiter mit der Führung ging es für die Schülerinnen und Schüler in den Gewölbekeller. Dort konnten sie Buchmalereien und das «Evangelium Longum» bestaunen. Letzteres besteht aus Elfenbein von einem riesigen Elefanten. Die Bibliothek ist sortiert nach Themen und Wichtigkeit und hat eine zentrale Bedeutung für das Althochdeutsch. Es hat sogar ein althochdeutsches Wörterbuch namens «Abrogans» aus dem 8. Jahrhundert. Früher war die Stiftsbibliothek ein Männerkloster.
Wie man sieht, hat sich das Bibliothekswesen verändert, aber trotzdem immer noch dieselbe zentrale Aufgabe: Wissen aufbewahren und an die nächste Generation weitergeben. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr motiviert dabei und haben sich interessiert. Ausserdem hat es den Zusammenhalt des Jahrgangs gestärkt.
Till Fäh für das Deutsch-Niveau