Porträt des modernen Tunesien
Am Donnerstag, 11. Juni, 20 Uhr, zeigt das Filmforum KuK im Apollo das Roadmovie» Where the Wind Comes From«.
Where the wind
Am Donnerstag, 11. Juni, 20 Uhr, zeigt das Filmforum KuK im Apollo das Roadmovie» Where the Wind Comes From«.
Kreuzlingen Alyssa, eine rebellische 19-Jährige, muss sich neben schulischen Verpflichtungen um ihre kleine Schwester und ihre Mutter kümmern. Tagein, tagaus träumt sie davon, der Perspektivlosigkeit in Tunis zu entfliehen, am liebsten nach Europa. Ihr bester Freund Mehdi ist zurückhaltender mit seinen Wünschen. Während er sich mehr schlecht als recht auf IT-Jobs bewirbt, hofft er insgeheim, von seiner Zeichenkunst leben zu können. In derselben Nachbarschaft aufgewachsen, stehen sich Alyssa und Mehdi seit jeher wie Geschwister zur Seite – und trotzen beharrlich den Erwartungen ihres Umfelds an eine romantische Beziehung.
Als Alyssa zufällig auf einen Kunstwettbewerb aufmerksam wird, überredet sie Mehdi zur Teilnahme. Als Preis für den ersten Platz lockt eine Reise nach Deutschland. Obwohl das Auswandern eher Alyssas als sein eigener Traum ist, lässt sich Mehdi von ihrem Enthusiasmus anstecken. Einziger Haken: Der Wettbewerb findet auf der Insel Djerba im Süden Tunesiens statt, über 500 Kilometer von Tunis entfernt. Es bedarf Alyssas Gewitztheit, dass die beiden ein Auto auftreiben und sich auf den Weg machen können.
In der Folge entspinnt sich ein zweitägiger Roadtrip, während dem die Zuschauenden nicht nur die beiden Protagonistinnen und Protagonisten kennenlernen, sondern auch tief in die Gefühlswelt einer ganzen Generation eintauchen. So gelingt es Amel Guellaty in ihrem Langfilmdebüt mit beeindruckender Leichtigkeit, ein Roadmovie zu inszenieren, das zugleich ein vielschichtiges Porträt des modernen Tunesiens und eine poetische Hommage an die Jugend des Landes ist. Besonders spürbar: Deren enttäuschte Hoffnungen nach dem Arabischen Frühling.
⋌ red
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