Esther Wolfender, Jürg Bregenzer und Svenja Lindörfer blicken optimistisch in die Kult-X-Zukunft. Kurt Peter
09.04.2026 05:00
50 Prozent reichen nicht mehr
Co-Leitung für das Kult-X soll den operativen Betrieb übernehmen - Umbau beginnt im Juni
Das Kult-X braucht Verstärkung in der Geschäftsleitung. Die positive Entwicklung, die Möglichkeiten nach dem grossen Umbau sowie die geplante Weiterentwicklung machen diesen Schritt nötig.
Kreuzlingen Gesucht wird eine Co-Geschäftsleitung «Operativ» für das Kult-X. «Eve Hübscher arbeitet seit einem Jahr als Geschäftsleiterin und es sind in dieser Zeit neue Anforderungen und Potenziale an die Oberfläche gekommen», sagt Kult-X-Interims-Präsident Jürg Bregenzer. Auf die Möglichkeiten, welche das Kulturzentrum biete, wolle der Verein eingehen, dazu brauche es aber personelle Verstärkung. «Wir befinden uns jetzt in einer Phase baulicher und organisatorischer Weiterentwicklung», so Jürg Bregenzer. Er bezeichnet die Stellenausschreibung als proaktiven Schritt: «Wir müssen für die Zukunft gerüstet sein».
Deutlich gestiegene Nutzung
Für Vorstandsmitglied Svenja Lindörfer ist klar, dass das Kult-X in den Jahren des Betriebs enorm gewachsen sei. Die gestiegene Nutzung könne von einer Person in der Geschäftsleitung mit einem 50-Prozent-Pensum nicht mehr abgedeckt werden. Mit einer Co-Leitung «können wir tragfähig in die Zukunft gehen». Mit etwa 300 Veranstaltungen jährlich werde die ursprünglich geplante Nutzung inzwischen weit überschritten, ergänzt Vorstandsmitglied Esther Wolfender. Neben den Hauptnutzern, die ihre Angebote ausgedehnt hätten, würden die Räumlichkeiten immer öfter von Gastveranstaltern bespielt.
Nach dem Umbau werde das Kult-X zum barrierefreien, professionell geführten Mehrspartenhaus mit generationenübergreifendem Angebot, beschreibt Jürg Bregenzer das Ziel. Die neue Co-Geschäftsleitung «Community & Strategie» verantworte die inhaltliche Weiterentwicklung des Hauses, die Zusammenarbeit mit Partnern und Partnerinnen sowie die strategische Positionierung des Kult-X. «Die Professionalisierung ist bei diesen Aufgaben ein besonders wichtiges Anliegen», sind die drei Vorstandsmitglieder überzeugt.
Entrümpelungsparty
Professionalisierung beinhalte auch Kulturförderung, Begleitung des Programms und Unterstützung bei Kooperationen. «Das bedeutet, dass wir tagsüber mehr Leben in die Räumlichkeiten bringen können», so Esther Wolfender. Die gleichberechtigte Co-Leitung habe die Gesamtverantwortung für den operativen Betrieb des Hauses inklusive Raum- und Nutzungskoordination. Dafür suche das Kult-X eine Person mit Erfahrung in Betriebsleitung und Kulturmanagement sowie Erfahrung mit Budget- und Personalverantwortung. Wichtig für das Kult-X: Die Person soll Interesse an einem kooperativen Leitungsmodell haben.
Am 30. Mai wird das Kult-X entrümpelt. «Alles muss raus» ist das Motto, bevor der 18-monatige Umbau beginnt. Während dieser Phase werden Teile des Kult-X-Programms im Kunstraum stattfinden. Die Vereine des Kult-X, die Kino, Theater und Musik anbieten, zügeln dafür in den Kunstraum, während andere Angebote an unterschiedlichen Orten in der Stadt weitergeführt werden und über die bestehenden Kanäle sichtbar bleiben.
Der Kunstraum und das Kult-X setzen ihre Programme eigenständig fort und fördern dabei gezielt Synergien. «Wir müssen und wollen den Betrieb aufrecht erhalten, das erfordert viel Koordination, garantiert uns aber, dass das Kulturzentrum im Gedächtnis der Bevölkerung bleibt», so die Vorstandsmitglieder. Nach dem Umbau werde das Kult-X ein noch attraktiveres Haus mit einem noch breiteren Angebot, zeigen sich alle drei überzeugt.
Von Kurt Peter