Sie präsentierten die beiden Schulbudgets: Seraina Perini (links) und Susanne Flammer. Kurt Peter
01.10.2025 08:09
Bildungsqualität im Fokus
Die Schulgemeinden profitieren von höheren Steuereinnahmen - Gleichbleibende Steuerfüsse in den Budgets
Ein augeglichenes Budget 2026 präsentieren sowohl die Primar- wie auch die Sekundarschule Kreuzlingen. Im Zentrum steht nach wie vor die Bildung, was sich vor allem in den steigenden Personalkosten bemerkbar macht.
Kreuzlingen Der Fokus beider Schulgemeinden bleibe auf der Bildung, erklärte Schulpräsidentin Seraina Perini anlässlich der Präsentation beider Budgets, über die der Souverän am 30. November abstimmen wird. Zwar sei die Steuerkraftentwicklung definitiv entspanner, «aber diese Einnahmen sind auf die Aufarbeitung der Veranlagungsrückstände zurückzuführen und wohl nicht nachhaltig», sagte Seraina Perini. Weitere nicht beeinflussbare Faktoren seien Schülerzahlen und der Finanzausgleich. Die Behörde habe mit der Überprüfung der Kostenstrukturen ihre Hausaufgaben erledigt: Verschiedene Mass-nahmen wie die Verlängerung der Nutzungsdauer bei der Informatik, der Reduktion bei Serviceveträgen und Kürzungen bei Verbrauchsmaterial und Unterhalt seien beschlossen worden.
Höherer Personalaufwand
«Das Fazit aus der Überprüfung: Die Bildungsqualität, die Erlebnisse für die Kinder und Jugendlichen und die Mitarbeiterpflege gewichten die Behörden sehr hoch», sagte die Schulpräsidentin. Das sei auch sichtbar in beiden Budgets. Diese erläuterte Susanne Burgmer, Leiterin Finanzen. Die Primarschule schliesst bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 50 Prozent mit einem Gewinn von 196'000 Franken ab, «was aber klar auf die Steuerfusserhöhung von vier Prozent auf dieses Jahr zurückzuführen ist». Der Personalaufwand steigt gegenüber dem Vorjahr um 730'000 Franken auf 25,4 Millionen. Grund sei die Eröffnung zweier zusätzlicher Klassen und die Stärkung der Medienpädagogik sowie die Neuausrichtung der schulischen Sozialarbeit. Das Budget rechnet beim Fiskalertrag mit einem um knapp 2,4 Millionen höheren Ertrag im Vergleich zum Vorjahr.
Ein leichtes Minus von 72'000 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 22 Prozent sieht das Budget der Sekundarschule vor. «Die Personalkosten steigen um 319'000 Franken, hier wird eine Klasse weniger geführt, die Steuereinnahmen steigen um 967'000 Franken und an den Finanzausgleich müssen wir 100'000 Franken weniger bezahlen», erklärte Susanne Burgmer. Mit diesen Resultaten könnten beide Schulgemeinden ein ausgeglichenes Budget präsentieren.
Primarschule investiert viel
Die Investitionen und der bauliche Unterhalt in der Primarschule wird sich im kommenden Jahr auf hohe 15,61 Millionen Franken belaufen. Der grösste Posten dabei ist das Projekt «Schoderbach» beim Schulzentrum Wehrli. In die Etappe 2026 werden 9,415 Millionen investiert. In die Erweiterung des Schulzentrums Seetal inklusive Heizung sollen 4,2 Millionen fliessen. Im Schulzentrum Bernegg werden 810'000 Franken für die Sanierung der WC-Anlagen in der Turnhalle und den Treppentrakt in der Turnhalle investiert. «Wir müssen auch endlich die Sanierung der Villa Lousa, dem Verwaltungsbau, in Angriff nehmen», sagte Seraina Perini. Die Behörde rechne mit Kosten von 1,75 Millionen Franken, im Budget sei ein Planungskredit von 150'000 Franken vermerkt.
«Da die Sekundarschulzentren gesamtsaniert sind, muss die Sekundarschulbehörde im kommmenden Jahr mit 932'000 Franken bescheiden investieren», so die Schulpräsidentin. Mit 470'000 Franken sei die LED-Beleuchtung in allen Schulzentren der grösste Posten. Im Burgerfeld müssen die Aufstiegshilfen der Beleuchtung ersetzt werden, im Egelsee ist vorgesehen, das Lehrer-zimmer-Provisorium abzulösen. Für 250'000 Franken soll die letzte Etappe der Sanierung des Stelzenbaus im Pestalozzi realisiert werden.
Beliebte Horte
Während die Sekundarschule auch in den kommenden Jahren mit ausgeglichenen Budgets rechnet, sieht die Situation in der Primarschule deutlich schlechter aus. Der Finanzplan sieht bis 2029 Defizite vor, «die wir früher oder später augleichen müssen», wie Susanne Burgmer erklärt. Allerdings gehen auch die Investitionen ab 2028 deutlich zurück, auf 1,3 Millionen im Jahr 2029.
«Mehr geht nicht mehr», sagte Seraini Perini im Hinblick auf die Belegung der Horte. Gegenüber dem Vorjahr wurden in den Morgenmudulen 11 Kinder, in den Mittagsmodulen 126 Kinder und in den beiden Nachmittagsmodulen 50 Kinder mehr gezählt. «Bleibt dieser Trend, müssen wir zusammen mit der Stadt eine Volksbotschaft zur Finanzierung vorbereiten.»
Von Kurt Peter