Das neue Betriebsgebäude ist auf Kurs, das Baugesuch soll noch im Frühjahr eingereicht werden. zVg
16.04.2026 05:00
Ein kleineres Defizit wie erwartet
Sparte Elektrizität als Einzige im Plus - Wärmeverbund macht Bedarfsabklärung, Transportleitung auf Eis gelegt
Wohl schliesst die Rechnung 2025 von Energie Kreuzlingen mit einem Verlust von 352'000 Franken ab, das Resultat ist aber deutlich besser als das budgetierte Minus von fast 1,3 Millionen Franken. Das ist vor allem auf das positive Gesamtergebnis Elektrizität zurückzuführen.
Kreuzlingen «Energie Kreuzlingen weist in der Rechnung ein gutes Ergebnis aus», so präsentierte der zuständige Stadtrat Thomas Beringer an der Medienkonferenz. Am Donnerstag, 7. Mai, wird der Gemeinderat über eine Rechnung befinden, die zwar mit einem Defizit abschliesst, das Resultat aber deutlich besser als budgetiert ist. Dieses sah einen Aufwandüberschuss von 1,278 Millionen Franken vor. Das Resultat zeigt nun ein Gesamtergebnis von einem Verlust von 352'000 Franken.
4 Millionen für Landübertragung
Iris Kaderli ging als kaufmännische Leiterin von Energie Kreuzlingen detailliert auf die Rechnung 2025 ein. In der Erfolgsrechnung liege der Betriebsertrag rund eine Million über dem Budget. Der Umsatz sei leicht tiefer ausgefallen, doch gleichzeitig sei der Beschaffungsaufwand gesunken. Das Gesamtergebnis Elektrizität erzielte Gewinn von 1,02 Millionen Franken, das Budget hatte einen Verlust von 653'000 Franken vorgesehen. Die Sparte Wärme schloss mit einem Defizit von 232'000 Franken, 200'000 Franken besser als budgetiert. Deutlich schlechter als vorgesehen schloss die Sparte Wasser. Statt eines Defizites von 238'000 Franken resultierte ein Verlust von 704'000 Franken. «Der betriebliche Aufwand war wegen der höheren Personalkosten und wegen der Ausserbetriebnahme des Leitungskatasters deutlich höher», erklärte Iris Kaderli. Defizitär zeigen sich auch die Zentralen Dienste (Verlust von 377'000 Franken) und Dienstleistungen (-59'000 Franken).
Die Nettoinvestitionen von Energie Kreuzlingen beliefen sich auf 12,1 Millionen Franken. Im Bereich Elektrizität waren es 6,2 Millionen, im Bereich Wärme 2,3 Millionen, im Bereich Wasser 2,6 Millionen und bei den Zentralen Diensten 981'000 Franken. Fast vier Millionen Franken wurden für die Übertragung des Grundstücks Sonewiese vom Finanzvermögen der Stadt ins Verwaltungsvermögen von Energie Kreuzlingen und Planungen für das neue Betriebsgebäude investiert.
Grosse Herausforderungen
Von grossen Herausforderungen spricht Energie Kreuzlingen beim Blick in die Zukunft. Die Transformation der Energie- und Versorgungsbranche hin zu erneuerbaren Energie, der steigende Strombedarf durch Wärmepumpen und Elektromobilität sowie die notwendige Modernisierung der Netzinfrastruktur erforderten hohe und langfristige Investitionen. Gleichzeitig blieben strategische Fragen zur künftigen Wärmeversorgung und zur Sicherstellung der Stromversorgung im Winter zentral. Die Wärmeversorgung durch die KVA Weinfelden sei auf Eis gelegt, so Thomas Beringer. «Wir warten die Resultate der Arbeitsgruppe ab, sind jedoch aktuell an einer Kundenumfrage, um den Bedarf abzuklären». Das neue Betriebsgebäude wird, nach der erfolgreichen Abstimmung im Februar 2025, mit dem Baugesuch, welches ab Ende Mai, Anfang Juni aufliegen soll, eine weitere Hürde nehmen. «Wir hoffen auf den Spatenstich im Frühling 2027 und auf den Umzug Ende 2028», so Thomas Beringer.
Von Kurt Peter