Das Queer Thurgau Pride Boat sticht am 26. Juni von 19.30 bis 23 Uhr in See. Einstieg ist jeweils im Hafen Romanshorn. ⋌zVg
10.05.2026 00:00
Ein See – viele Farben
Queer Thurgau und die Schweizerische Bodensee Schifffahrt setzen Zeichen für Vielfalt
Nach dem Erfolg des Summer Pride Boat 2025 geht die Schweizerische Bodensee Schifffahrt mit Queer Thurgau in die nächste Runde. Am 26. Juni ist die zweite Auflage des Pride Boats geplant. Doch bis jetzt sind die Anmeldungen eher zurückhaltend.
Region Im Juni 2025 legte in Romanshorn ein Schiff ab, das eine bunte Mischung an Passagieren an Bord hatte: Regenbogenfahnen im Wind machten klar – hier fährt die Vielfalt mit.
Mit dem ersten Pride Boat betrat die Schweizerische Bodensee Schifffahrt (SBS) im letzten Jahr Neuland. Während auf anderen Seen schon länger Regenbogenfahrten stattfanden, blieb der Bodensee bislang überraschend farblos. Das hat sich mit dem ersten Pride Boat 2025 geändert. Pünktlich zum Sonnenuntergang verwandelte sich das Deck in eine schwimmende Tanzfläche, begleitet von DJ-Sound, einer Seebrise und eine entspannte Atmosphäre. Vier Stunden lang hiess es: Community, Musik und Miteinander – ohne Erklärungsbedarf, aber mit umso mehr Leichtigkeit.
Von vier Fahrten auf eine
Auch 2026 wird der See wieder Farbe bekennen. Geplant ist eine Fahrt mit identischem Konzept wie im vergangenen Jahr. Ursprünglich waren insgesamt vier Fahrten mit dem Pride Boat geplant, doch leider waren die Anmeldungen bis jetzt eher mässig. Dies bestätigt auch der Geschäftsführer der Schweizerischen Bodensee Schifffahrt, Benno Gmür, auf Anfrage der Kreuzlinger Nachrichten: «Wir haben uns mehrmals mit Queer Thurgau für Gespräche und die diesjährige Ausführung des Events getroffen. Weil es im letzten Jahr so gut lief, wollten wir gleich vier Daten anbieten.» Doch leider habe es bis jetzt nur 80 Anmeldungen für das Event am 26. Juni - eigentlich hätten 200 Personen Platz auf dem Schiff. «Ich finde es schade und weiss nicht, woran es liegt. Für das Pride Boat haben wir Werbung im Wert von 3500 Franken gemacht», sagt Gmür und hofft, dass sich durch diesen Zeitungsartikel noch mehr aus der queeren Szene anmelden, damit es wieder so eine besondere Schifffahrt wird wie 2025.
In den letzten Jahren sind in der Ostschweiz und rund um den Bodensee zahlreiche queere Vereine und Netzwerke entstanden – von St. Gallen über Schaffhausen bis nach Bregenz, Lindau oder ins Fürstentum Liechtenstein. Die Szene ist sichtbarer geworden, selbstbewusster – und auch besser vernetzt. Entsprechend richtet sich das Pride Boat nicht nur an lokale Gäste. Flyer gingen an über hundert Organisationen im In- und Ausland. Warum also nicht einmal vom Münchner Szeneviertel direkt an den Bodensee? Wer also glaubt, der Bodensee sei vor allem etwas für Segelboote und Sonnenuntergänge, hat recht – aber eben nicht nur. Manchmal zeigt er sich auch im Regenbogenmodus.
Von Angelina Rabener und Gaby Bächtold
Vorverkauf läuft
Wer sich seinen Platz auf dem Pride Boat sichern möchte, findet auf www.queertg.ch einen QR-Code, der direkt zum Ticket führt. Im Ticketpreis von 68.- Franken sind Schifffahrt, Welcome Drink, Disco mit DJ Elaine sowie ein kleines Give-away inklusive. Für den kleinen Hunger zwischendurch sorgt die Bordgastronomie. Mitfahren dürfen alle ab 18 Jahren.