Die Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen bildet junge Menschen in sechs Berufen aus. zVg
07.08.2026 07:00
Ein starkes Zeichen für die Zukunft
50 Lernende im Jubiläumsjahr des Alterszentrum Kreuzlingen
Im Jubiläumsjahr setzt die Genossenschaft Alterszentrum Kreuzlingen (GAZK) ein besonderes Zeichen: Zusammen mit den heute startenden neuen Lernenden befinden sich nun 50 Lernende und Studierende in der GAZK in Ausbildung. Damit unterstreicht die Institution den hohen Stellenwert der Berufsbildung und ihr langfristiges Engagement für die Fachkräfte von morgen.
Kreuzlingen Als Ausbildungsbetrieb investiert die GAZK gezielt in eine praxisnahe und qualitativ hochwertige Ausbildung. Sie übernimmt damit Verantwortung für die Zukunft der Pflege und Betreuung und schafft attraktive Entwicklungsmöglichkeiten für junge Menschen.
Zum neuen Ausbildungsjahr beginnen 38 Lernende in den Berufen Fachfrau/Fachmann Betriebsunterhalt EFZ, Köchin/Koch EFZ, Fachfrau/Fachmann Hauswirtschaft EFZ, Hauswirtschaftspraktikerin/Hauswirtschaftspraktiker EBA, Fachfrau/Fachmann Gesundheit EFZ sowie Assistentin/Assistent Gesundheit und Soziales EBA. Hinzu kommen 12 Studierende der Pflege auf Tertiärstufe, die den Bildungsgang zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann HF oder FH absolvieren.
Die GAZK arbeitet eng mit Berufsfachschulen sowie höheren Fachschulen der Region zusammen und bietet vielfältige Einstiegsmöglichkeiten – von Berufsinformationstagen über Praktika bis hin zu Studienplätzen. Die Lernenden bringen neue Ideen und Perspektiven in den Berufsalltag ein und bereichern damit die gesamte Institution.
Viele Wege führen zum passenden Beruf
Sie kommen direkt von der Schule, aus dem Detailhandel, vom Bau oder aus einem Universitätsspital. Was die neuen Lernenden verbindet, ist die Freude auf ihre Ausbildung und das Gefühl, am richtigen Ort angekommen zu sein. Für Adriana beginnt mit 20 Jahren die erste berufliche Grundausbildung. Sie lässt sich zur Assistentin Gesundheit und Soziales AGS ausbilden. Zuvor arbeitete sie im Detailhandel und sammelte bereits Erfahrungen in einer Rehaklinik. Nervös sei sie vor dem Start nicht gewesen. «Ich bin etwas älter und bringe dadurch schon eine gewisse Sicherheit mit», sagt sie.
Leon ist 17 Jahre alt und beginnt die Ausbildung zum Fachmann Gesundheit. Während eines Praktikums im Kantonsspital Münsterlingen entdeckte er seine Begeisterung für die Pflege. Besonders freut er sich nun darauf, Menschen über einen längeren Zeitraum zu begleiten. «Die Arbeit im Spital ist sehr schnelllebig. Hier kann ich eine Verbindung zu den Menschen aufbauen», sagt Leon.
Aussergewöhnlicher Berufsweg
Der 32-jährige Alexander absolviert eine verkürzte Ausbildung zum Fachmann Gesundheit. Möglich ist dies für Erwachsene ab 21 Jahren, die bereits mindestens zwei Jahre Be-rufserfahrung in der Pflege mitbringen. Ursprünglich machte er die Ausbildung zum Lastwagenchauffeur. Später schloss Alexander eine Ausbildung zum Betontechnologen HF ab. Durch seine Familie kam er schliesslich mit der Pflege in Berührung. «Ich habe Pflegeluft geschnuppert und sofort gemerkt: Da bin ich zu Hause». Die Arbeit habe sich von Beginn an vertraut angefühlt. «Viele Menschen suchen lange nach ihrer Berufung. Ich habe meine gefunden und möchte nichts anderes mehr machen.»
Von der Baustelle ins AZK
Filippo freut sich auf einen abwechslungsreichen Alltag. Nach seiner abgeschlossenen Ausbildung zum Sanitär EBA lässt er sich zum Haustechniker ausbilden. Seine Aufgaben reichen vom Pflanzengiessen, Entsorgen und Wechseln einer Glühbirne bis zu anspruchsvolleren handwerklichen Arbeiten. «Man weiss am Morgen nie genau, was einen erwartet.» Die Arbeit auf der Baustelle sei absehbar gewesen, hier freut er sich auf Überraschungen.
Die Investition in die Berufsbildung sei auch eine Investition in die Zukunft des Betriebs. «Wir bilden junge Menschen aus, damit wir langfristig über gut qualifizierte Fachkräfte verfügen», sagt Mathias Trempa, Leiter Bildung und Qualität. Gleichzeitig erhalten die Lernenden die Möglichkeit, ihren eigenen Weg zu entdecken. Manche kennen ihr Ziel bereits seit der Schulzeit, andere finden erst über Umwege zu ihrer eigentlichen Berufung. Neben ihrer Ausbildung geben die Nachwuchskräfte auf dem Instagram-Kanal gazk_4future authentische Einblicke in ihren Berufsalltag und zeigen, wie abwechslungsreich und modern die Berufe im Alterszentrum sind. Die GAZK legt grossen Wert auf eine individuelle Begleitung der Lernenden. Regelmässige Standortgespräche, gezielte Förderung und schrittweise Übernahme von Verantwortung bereiten sie optimal auf den Berufsabschluss vor. Engagierten Absolventinnen und Absolventen bietet das Alterszentrum nach Möglichkeit eine Weiterbeschäftigung und unterstützt sie auf ihrem weiteren Bildungsweg.
Halbes Jahrhundert feiern
Das Jubiläum «50 Jahre GAZK – 50 Lernende» steht damit nicht nur für den Blick zurück, sondern vor allem für ein klares Bekenntnis zur Zukunft. Zum 50-Jahr-Jubiläum findet am 23. August ein Fest im Alterszentrum statt, wozu die Bevölkerung herzlich eingeladen ist. Zu den Höhepunkten gehört ein Schnupperschwingen, organisiert vom Schwingerverband Bodensee und Rhein.
pd/mul