Georg Schulthess lanciert eine Volksinitiative, um den Rückbau des Kreuzlinger Gasnetzes zu verhindern.⋌ zVg
26.08.2026 07:57
Gegen Rückbau des Gasnetzes
Der parteilose Gemeinderat Georg Schulthess lanciert Volksinitiative
Mit einer Initiative will der parteilose Gemeinderat Georg Schulthess den Rückbau des Kreuzlinger Gasnetzes stoppen und damit die Wahlfreiheit des Energieträgers bis 2050 behalten.
Kreuzlingen Im März dieses Jahres lehnte der Gemeinderat das Postulat «Stopp den Rückbau des Gasnetzes der Stadt Kreuzlingen» von Georg Schulthess deutlich ab. Nun greift der parteilose Gemeinderat zum nächsten demokratischen Mittel und lanciert eine Volksinitiative. Der Startschuss fiel am 20. Juli, Ende der Unterschriftensammlung ist der 11. September. Die Initiative kommt zustande, wenn 680 Stimmberechtigte unterschreiben.
Anschluss in Bottighofen
In einer Medienmitteilung schreibt Georg Schulthess, dass «er für einen solch schwerwiegenden Entscheid des Stadtrates die Meinung der Bevölkerung einholen will». Die Kreuzlinger Stimmberechtigten sollten sich dazu äussern und abstimmen können. Die Initiative fordert von Stadt- und Gemeinderat das Aufschieben des Rückbaus des Gasnetzes der Stadt Kreuzlingen bis 2050 die zukünftige Ausrichtung der Energieversorgung klar werde. Weiter will die Initiative den Anschluss des Kreuzlinger Gasnetzes in Bottighofen zum Bezug von Gas von der Ost- und Südzulieferung, um unabhängig von Konstanz zu werden. Sie verlangt auch die Kommunikation dieser erweiterten Möglichkeit an die Kreuzlinger Bevölkerung. «Da alle Energiebezüger die Freiheit hatten, verschiedene Energiebezüger auszuwählen, darf ein Gasnetz nicht nur auf Gasbezüger zurückgebaut werden, alle Kreuzlinger müssen einen allfälligen späteren Rückbau mitfinanzieren», so der Initiativtext.
Es gehe nicht um Gas oder nicht Gas, um Fossil oder nicht fossil, schreibt Georg Schulthess. Es gehe um eine perfekt unterhaltene Infrastruktur einer Stadt, die 50 Jahre lang aufgebaut worden sei und die allenfalls für andere Energieträger wie etwa Wasserstoff genutzt werden könne. Ausserdem sei das Gas aus Kreuzlingen bereits zu zehn Prozent Biogas. Hauseigentümer und Investoren hätten Gasheizungen gebaut und wollten diese über deren Lebensdauer abschreiben und die Heizung nicht aus politischen Gründen bereits wieder abbrechen, hält der Initiant fest. «Es handelt sich bei diesem Entscheid um eine reine grüne Energiepolitik und um einen voreiligen, nicht notwendigen Entscheid», schreibt er abschliessend.
Von Kurt Peter