Wie weiter mit dem Fischerhaus? Dazu stellt die SP-Fraktion in einer Interpellation einige Fragen an den Stadtrat.
27.11.2025 05:00
«Rote Linie beim Fischerhaus»
SP-Gemeinderatsfraktion will vom Stadtrat ausführlichere Informationen über die Zukunft des beliebten Restaurants
Die Kreuzlinger SP macht sich Sorgen um das Restaurant Fischerhaus. Die Ausschreibung im Baurecht durch die Stadt hat die Gemeinderatsfraktion überrascht und so stellen sich für sie einige Fragen.
Kreuzlingen Die SP-Gemeinde-ratsfraktion reichte anlässlich der letzten Sitzung die Interpellation «Zukunft Restaurant und Biergarten Fischerhaus» ein. Der Grund: Die Stadt schrieb die Liegenschaft im August im Baurecht aus. «Das Fischerhaus ist seit vielen Jahren ein äusserst beliebter Treffpunkt in Kreuzlingen», heisst es in der Interpellation. Kreuzlingerinnen und Kreuzlinger träfen sich im Restaurant und Biergarten zu gemütlichen Feierabendbier, zum Essen, am Oktoberfest und so weiter.
In Ordnung, trotzdem stossend
«Das Fischerhaus spielt auch für die Gäste auf dem Campingplatz oder im Yachthafen, sowie für Velotouristen eine wichtige Rolle», schreibt die Fraktion weiter. Nicht zuletzt bilde das Fischerhaus einen festen Bestandteil des öffentlichen Uferbereichs der Stadt Kreuzlingen. «Das gilt es auf jeden Fall zu erhalten». Der jetzige Betreiber Reto Eppenberger habe es in den letzten 25 Jahren verstanden, das Fischerhaus zu einer festen und erfolgreichen Grösse im sonst eher darbenden Kreuzlinger Gastro-Angebot zu machen.
«Zu unserer Überraschung hat der Stadtrat ohne vorherige Ankündigung das Sanierungskonzept gestoppt und das Fischerhaus im Baurecht ausgeschrieben», so die Interpellation. Dass sich der Stadtrat für die öffentliche Ausschreibung eines Baurechts entschieden habe, «ist zwar juristisch in Ordnung, politisch aber stossend, zumal vorgängig keine Konsultation einer gemeinderätlichen Kommission oder der Fraktionen erfolgte». Die der Fraktion zugänglichen Informationen, ob das Gebäude unter Schutz stehe, seien widersprüchlich. Auf der Karte zum Richtplan Natur- und Heimatschutzgesetz, Teil «Kulturobjekte» der Stadt Kreuzlingen, wird das Fischerhaus als «Gesamtform bemerkenswert» geführt. Ein Abbruch und Neubau daher möglich.
Bessere Auskünfte erwünscht
Damit ist zumindest die zweite Frage der SP-Fraktion beantwortet. Zusätzlich will die SP wissen, wieviel und wofür die Stadt in den vergangenen 25 Jahren ins Fischerhaus investiert hat. Die Fraktion fragt auch nach einem Zukunftsbild: «Welche Ziele verfolgt der Stadtrat mittel- und langfristig mit dem Fischerhaus»? Auch nach dem künftigen Verhältnis zum benachbarten Campingplatz wird gefragt, vor allem, ob Synergien wie teilweise gemeinsame Infrastruktur denkbar wäre.
Die Bewerbungsfrist für den Baurechtsvertrag läuft bis 30. November. Die SP fragt in ihrer Interpellation auch nach einem Plan B, falls sich innerhalb der recht kurzen Bewerbungsfrist kein geeigneter Baurechtsnehmer finden lässt. Abschliessend will die Fraktion vom Stadtrat wissen, ob die Möglichkeit einer Sanierung durch die Stadt, die «auf Perfektionismus verzichtet, aber dennoch die nötigen Flächen und Infrastruktur für ein effizientes Arbeiten vorsieht» besteht. Der SP ist es wichtig, dass «wir vom Stadtrat mehr hören, als theoretisch möglich ist», nimmt Gemeinderat Ruedi Herzog beispielsweise zum Schutzstatus der Liegenschaft Stellung.
Den Biergarten erhalten
Die Lage direkt am See ist für die Fraktion ein wichtiger Faktor. «Der öffentliche Seezugang ist auf alle Fälle zu erhalten», macht Ruedi Herzog deutlich. Deshalb auch die Frage nach einem Zukunftsbild. Der Stadtrat soll darüber Auskunft geben, wie er die Entwicklung in diesem Gebiet langfristig sieht. «Ein Baurecht bietet zwar Gewähr für eine Einflussnahme, aber die Stadt ist für längere Zeit auch daran gebunden», gibt er zu bedenken. Für die SP stehe auch die Frage im Raum, ob Fischerhaus und Campingplatz zusammengehen, getrennte Betriebe bleiben sollen oder Synergien nutzen können.
Die Stärke des Restaurants Fischerhauses liege im Angebotssegment. Während im beliebten Biergarten erschwingliche Preise für ein breites Publikum angeboten würden, liege im Restaurant eine exklusivere Speise- und Getränkekarte vor. «Ein neuer Baurechtsvertrag muss dieses Nebeneinander des Angebotes berücksichtigen, das ist für die Fraktion die wichtigste Bedingung, einem solchen im Gemeinderat zuzustimmen», so Ruedi Herzog.
Von Kurt Peter