Der Beitrag an den Stadtbus verdoppelt sich fast. Kurt Peter
13.11.2025 07:00
Steuerfuss bleibt (noch) gleich
Budget 2026 sieht deutlich höhere Beiträge an den Stadtbus vor - Vorschau zeigt Kompensation der wegfallenden Liegenschaftensteuer
An der Gemeindeversammlung vom 2. Dezember werden die Tägerwiler Stimmberechtigten über ein Budget entscheiden, das mit einem Defizit von 549'000 Franken abschliesst. Das Resultat wird von höheren Beiträgen für den Stadtbus sowie neue Stellen beeinflusst.
Tägerwilen «Das Budget 2026 rechnet mit einem geringeren Defizit als der Voranschlag 2025», sagt Gemeindepräsident Markus Ellenbroek. Dieses sieht einen Verlust von 710'000 Franken vor. Allerdings werde das Defizit nicht ganz so hoch, der Gemeinderat rechne aktuell mit einem Verlust von 200'000 Franken, blickt Markus Ellenbroek auf den Jahresabschluss voraus.
Mehr Aufgaben, mehr Stellen
Das Budget 2026 rechnet bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 36 Prozent mit einem Minus von 549'000 Franken. Bei den Ausgaben sind höhere Ausgaben bei den Stellen, den Sozialen Diensten und dem Stadtbus geplant. «Das Wachstum der Gemeinde und die zunehmenden Geschäfte haben einen erhöhten Stellenetat zur Folge», so Markus Ellenbroek. Damit entständen höhere Lohnkosten. Die seit Jahren geplante Stelle Sachbearbeiterin Gemeindekanzlei / Gemeindepräsidium werde im Laufe des Jahres umgesetzt, entsprechend müsse auch ein neuer Arbeitsplatz eingerichtet werden. Neue Stellen würden auch in der Werkverwaltung geschaffen und gemeinsam mit der Volksschulgemeinde werde eine Familien-sozialarbeit aufgebaut, im Budget sei deshalb ein Beitrag an ein Teilzeitpensum vorgesehen. Deutlich höher fällt der Beitrag an die Stadtbuslinie 907 aus. «Seit 2018 beträgt dieser 175'000 Franken jährlich», erklärt Markus Ellenbroek.
Dieser Beitrag sei auf Basis eines Anteils von 40 Prozent am Betriebsdefizit berechnet worden. Die Stadt Kreuzlingen habe die Kostensituation, beziehungsweise den teuerungsbedingten Anstieg des Betriebsdefizits transparent dargelegt. «Der Gemeinderat hat daher der Erhöhung des Pauschalbetrages um 50'000 Franken ab 2026 zugestimmt».
Tägerwilen hat profitiert
In dieser Summe seien die Mehrkosten eingeschlossen, die mit der Umrüstung der gesamten Flotte auf Elektrofahrzeuge anfielen. «Die Stadt Kreuzlingen hat zudem um einen Beitrag an die Tarifsubvention für den 1-Franken-Bus ersucht», erklärt der Gemeindepräsident weiter. Bekanntlich gelte der 1-Franken-Tarif pro auch für Zug und Postauto in der Ostwind-Tarifzone 256. Die steigenden Fahrgastzahlen und verkauften Fahrkarten belegten die Attraktivität des Angebots. Die Tägerwiler Bevölkerung habe zwei Jahre vom vorteilhaften Angebot profitiert, deshalb habe der Gemeinderat einer jährlichen Beteiligung am 1-Franken-Bus von 75'000 Franken zugestimmt. «Im Budget 2026 ist somit ein Pauschalbetrag von 300'000 jährlich vorgesehen», so Markus Ellenbroek.
Das Budget sieht Nettoinvestitionen von 4,722 Millionen Franken vor. «Wir werden im Jahr das Friedhofgebäude umsetzen und knapp 1,6 Millionen Franken dafür ausgeben». Ins Gemeindehaus werden im kommenden Jahr 120'000 Franken in Sanierungen und Umbauten investiert, aus dem Budget fallen werden wohl die 350'000 Franken für die Hertlerhalle. Die Beteiligung an die Sanierung des Schiesswalls der Schiessanlage Bäärenmoos beträgt 250'000 Franken und die Sanierung Konstanzerstrasse schlägt mit 1,35 Millionen Franken zu Buche.
Werke schliessen positiv
Die Werke zeigen durchwegs positive Budgets. Das Wasserwerk schliesst mit einem Plus von 97'000 Franken, das Elektrizitätswerk schliesst beim Netz mit einem Gewinn von 130'000 Franken und beim Handel mit einem Plus von 174'000 Franken. Dem Wärmeverbund bleiben nach Budget noch 2000 Franken Gewinn. Für den Wärmeverbund sind Investitionen in Höhe von 180'000 Franken vorgesehen, in der Wasserversorgung sind es 810'000 Franken und beim Elektrizitätswerk fast zwei Millionen Franken, vorwiegend ins Netz.
In ihrem Kommentar zum Finanzplan hält die zuständige Gemeinderätin Rebecca Fässler fest, dass die Verschuldung in den nächsten Jahren stark ansteigen werde. «Der Selbstfinanzierungsgrad ist dabei so tief, dass praktisch sämtliche Investitionen fremdfinanziert werden müssen. Eine Steuererhöhung um drei Prozent ist für 2029 als Kompensation für den Wegfall der Liegenschaftensteuer vorgesehen», hält sie fest. Abhängig von der Entwicklung des Aufwandes, der Steuereinnahmen und der Umsetzung der Investitionen müsse über eine weitere Erhöhung entschieden werden.
Von Kurt Peter