Thomas Niederberger mit der Grafik der Finanzentwicklung bis 2050. Kurt Peter
24.09.2025 08:14
Steuern vorerst unverändert
Budget rechnet mit höheren Steuereinnahmen, aber auch mit höheren Ausgaben in vielen Bereichen
Das Kreuzlinger Budget 2026 rechnet mit einem Defizit von 2,815 Millionen Franken und Investitionen von knapp 20 Millionen Franken. Auf die im Finanzplan vorgesehene Steuerfusserhöhung im kommenden Jahr verzichtet der Stadtrat.
Kreuzlingen Am 2. Oktober wird der Gemeinderat über das städtische Budget 2026 diskutieren. «Wir legen eine Botschaft mit gleichbleibendem Steuerfuss vor, allerdings mit einem Defizit von 2,815 Millionen Franken», erklärte Stadtpräsident Thomas Niederberger bei der Präsentation. Damit sei der Voranschlag mit dem Budget 2025 vergleichbar. Es zeige sich allerdings, so der Stadtpräsident, dass die Rechnung 2025 mit einem Gewinn von 1,1 Millionen abschliessen werde. «Dies ist allerdings einer Marktwertanpassung Liegenschaft im Finanzvermögen von fast 1,8 Millionen Franken zu verdanken».
Dank Sparen und Steuern
Im Finanzplan sei der Stadtrat im vergangenen Jahr noch davon ausgegangen, den Steuerfuss auf 2026 um zwei Prozent, auf das Jahr 2028 nochmals um zwei Prozent massvoll zu erhöhen. Dank Sparbemühungen und günstigen Rahmenbedingungen wie den höheren Steuereinnahmen verzichte der Stadtrat kurzfritstig auf eine Steuererhöhung, sagte er an der Präsentation. Mit dem Wegfall der Liegenschaftssteuer 2029 fehlten in der Stadtkasse aber Einnahmen, die mit einer Steuerfusserhöhung von drei Prozent kompensiert werden müssten. «Diskutiert wurde auch über eine Steuererhöhung nach Abschluss des Bades Egelsee, es zeigt sich nun aber, dass dies nicht nötig sein wird und die jährlichen Kosten im Rahmen der Volksbotschaft liegen».
Thomas Knupp ging als Leiter der Finanzverwaltung auf die Erfolgsrechnung ein. Der Personalaufwand steige, ohne die beiden Bäder und die Verwaltung Sozialhilfe, um 620'000 Franken gegenüber dem Budget 2025. «Die Stadt wächst und die Ansprüche werden immer höher, die Verwaltung muss darauf reagieren», ergänzte Thomas Niederberger. 540'000 Franken Mehraufwand gegenüber dem Budget 2025 wird bei der Abo-Verbilligung des Stadtbusses gerechnet. Als «Spiegel der Gesellschaft» bezeichnete Thomas Knupp den Mehraufwand von 400'000 Franken bei der Langzeitpflege.
Investitionsstau abbauen
Der höhere Beitrag an den Stadtbus wird durch die Entnahme von 450'000 Franken aus der Spezialfinanzierung zur Förderung des öffentlichen Verkehrs teilweise abgedeckt. Bei den allgemeinen Gemeindesteuern rechnet das Budget mit Mehreinnahmen von 2,78 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr. «Der Veranlagungsrückstand hat sich deutlich abgemildert», so Thomas Knupp. 110'000 Franken mehr als 2025 bekommt die Stadt als Mitwirkungsentschädigung für selbstständige Veranlagung. Von der Energie Kreuzlingen fliessen 100'000 Franken Rückerstattung für die Informatik in die Stadtkasse.
«Wir können den bestehenden Investitionsstau im kommenden Jahr etwas auflösen», sagte Thomas Niederberger im Hinblick auf den Mitteleinsatz 2026. Insgesamt rechnet der Stadtrat mit Investitionen von fast 20 Millionen Franken, davon sind 1,572 Millionen Gebührenfinanziert. Mit 3,3 Millionen Franken ist die Bodensee-Arena im Investitionsplan, «wenn wir am Sonntag ein Ja bekommen». Drei Millionen Franken sollen in das Kulturzentrum Schiesser fliessen, 2,8 Millionen in Gemeinde- und Staatsstrassen. In den Agglomerationsverkehr 1,7 Millionen und in die Schifffahrt, mit der Realisierung des behindertengerechten Zugangssteg im Hafen 1,3 Millionen Franken.
Berechenbare Steuerpolitik
«Dass uns unsere Vereine wichtig sind zeigt ein Blick auf die Beiträge und die Unterstützung im Bereich Infrastruktur. Insgesamt fliessen 5,3 Millionen Franken in Sport, Gesellschaft und Kultur», so der Stadtpräsident. 36 Millionen Franken sei das Auftragvolumen für das Gewerbe bei Investitionen und Sachaufwand. Von 2026 bis 2029 sind laut Finanzplan 93,6 Millionen Franken geplan, «wir haben eine gesunde Basis und eine gute Ausgangslage für diese Vorhaben», machte Thomas Knupp deutlich. Und Thomas Niederberger hob den Wert solcher Investitionen als Gegen- und Mehwert für die Kreuzlinger Bevölkerung hervor. «Wir stellen damit die Lebensqualität sicher». Als finanzpolitische Ziele bezeichnete er ein angemessenes Eigenkapital, um den finanziellen Handlungsspielraum zu sichern. Ebenso gehöre eine konstante und berechenbare Steuerpolitik dazu, Anpassung nur bei Bedarf. In diesem Zusammenhang erinnert er daran, dass «die Stadt Kreuzlingen den tiefsten Gesamtsteuerfuss der sechs grössten Gemeinden im Kanton hat».
Von Kurt Peter