Oberst Valentin Hasler, Oberst Dominik Knill, Professor Hubert Annen, Brigadier Christoph Roduner. Bild: zVg
20.04.2026 08:41
Verteidigungsbereitschaft als Aufgabe der gesamten Gesellschaft
Beim Sicherheitspolitischen Bodenseekongress in Bregenz diskutierten Experten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz über Wehrwillen und Verteidigungsbereitschaft als Grundlage staatlicher Sicherheit.
Region Beim 12. Sicherheitspolitischen Bodenseekongress am 18. April 2026 im Landhaus in Bregenz stand die Bedeutung von Wehrwillen und Verteidigungsbereitschaft für eine funktionierende Armee im Mittelpunkt. Unter dem Leitthema „Wehrwille/Verteidigungswille als Fundament für eine funktionsfähige Armee – Spannungsfeld zwischen Wunschdenken und Notwendigkeit“ diskutierten rund 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie sicherheitspolitische Expertinnen und Experten aus Österreich, Deutschland und der Schweiz über aktuelle Herausforderungen der europäischen Sicherheits- und Verteidigungspolitik. Federführend organisiert wurde die Veranstaltung von der Offiziersgesellschaft Vorarlberg unter Präsident Josef Müller, während die Kantonale Offiziersgesellschaft Thurgau (KOG TG) auf Schweizer Seite als Mitorganisator eingebunden war.
Im Fokus stand die Frage, wie stark Verteidigungsfähigkeit in Staat und Gesellschaft verankert sein muss, um Sicherheit langfristig gewährleisten zu können. Deutlich wurde, dass Landesverteidigung nicht ausschliesslich Aufgabe des Militärs ist, sondern eine Verantwortung der gesamten Gesellschaft darstellt. Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Wirtschaft, Medien und Bevölkerung tragen gemeinsam dazu bei, ein stabiles Sicherheitsbewusstsein zu schaffen und staatliche Handlungsfähigkeit zu sichern.
Besondere Aufmerksamkeit galt den hochrangigen Fachreferenten des Kongresses. Für Deutschland sprach Generalleutnant a.D. Alfons Mais, ehemaliger Inspekteur des Deutschen Heeres von 2020 bis 2025, über die sicherheitspolitische Lage und die militärischen Herausforderungen in Deutschland. Die Situation in der Schweiz analysierte Prof. Dr. Hubert Annen, Dozent für Militärpsychologie und Militärpädagogik an der Militärakademie der ETH Zürich, mit einem Schwerpunkt auf gesellschaftlicher Resilienz und Verteidigungsbereitschaft. Für Österreich stellte Brigadier Mag. Klaus Klingenschmied, Kommandant der Heeresunteroffiziersakademie in Enns, die nationale Perspektive sowie die Rolle des Bundesheeres in der aktuellen Sicherheitslage dar. Ebenfalls unter den Gästen befand sich Brigadier Christoph Roduner, Kommandant der Mechanisierten Brigade 11, dessen Teilnahme die Bedeutung des grenzüberschreitenden sicherheitspolitischen Austausches zusätzlich unterstrich.
Seit 2013 findet der Sicherheitspolitische Bodenseekongress jährlich wechselnd in den Bodenseeanrainerstaaten statt und hat sich als bedeutende Plattform für den grenzüberschreitenden Austausch zwischen Österreich, Deutschland und der Schweiz etabliert. Gerade in Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen zeigt diese Zusammenarbeit im DACH-Raum, wie wichtig gemeinsame sicherheitspolitische Strategien und ein starkes Bewusstsein für Verteidigungsfähigkeit in Europa sind.
eingesandt