Gabi Brunner, David Bruder, Daniel Moos und Christian Hunziker (vl.) hoffen auf ein klares Ja der Stimmberechtigten zum neuen Museumskonzept. ⋌Kurt Peter
03.09.2026 04:00
Vom See bis ins Weltall
Neues Kreuzlinger Museumskonzept kommt am 27. September zur Volksabstimmung.
Mit dem Museumskonzept 2026 sollen dem Museum Rosenegg, dem Seemuseum und dem Planetarium die Zukunft gesichert werden. Die drei Häuser haben in den vergangenen Jahren erfolgreich gearbeitet, nun müssen das Kultur- und Bildungsangebot sowie die Professionalisierung gestärkt werden.
Kreuzlingen Am 27. September entscheiden die Kreuzlinger Stimmberechtigten über das Museumskonzept 2026. Konkret heisst dies, dass in den kommenden zehn Jahren die jährlich wiederkehrenden Beiträge von derzeit 380'000 Franken auf 600'000 Franken indexiert erhöht werden sollen. Der Beitrag ans Seemuseum soll laut Konzept auf 200'000 Franken erhöht werden, das Museum Rosenegg soll neu 240'000 Franken erhalten und das Planetarium 160'000 Franken. «Ins neue Museumskonzept sind Zahlen und Fakten aus den vergangenen zehn Jahren eingeflossen, aber auch die von den Stiftungen eingebrachten, individuell begründeten Bedürfnisse», erklärt der zuständige Stadtrat Daniel Moos.
«Wir stossen an die Grenzen»
Er macht vor allem darauf aufmerksam, dass «es sich bei den drei Häusern um eine Erfolgsgeschichte handelt». Die Besucherzahlen in den drei Häusern seien in den vergangenen Jahren, bis auf die Zeiten der Pandemie, stetig gestiegen. 2025 seien in den Museen 30'000 Besuchende gezählt worden, was einer Verdoppelung in zehn Jahren entspreche. «Die ausserordentliche Leistung der drei Häuser belasten aber Infrastruktur und Personal». Das Museumskonzept werde zu einer Verbesserung und Entlastung beitragen. Auch im Kulturkonzept der Stadt sei festgehalten, dass es das Ziel sei, die Museen langfristig zu erhalten und auszubauen.
Der Antrag der Stiftungen auf die Erhöhung des Beitrages wurde aus verschiedenen Gründen gestellt. Das Planetarium müsse im Bereich der Technik weiter professionalisiert werden. «Ausserdem wollen wir von einem aktuell provisorisch angestellten Technischen Leiter in eine dauerhafte Lösung übergehen», erklärt Gabi Brunner, Technische Leiterin. Das Planetarium könne auf viele ehrenamtliche Mitarbeitende zählen, «doch bei 360 Vorführungen jährlich stossen wir an Grenzen». Es stehe ein Generationenwechsel an, so Gabi Brunner.
Regionale Profilierung
Das Museum Rosenegg lebe von der Substanz, begründeten die drei Stiftungspräsidenten ihren Antrag an den Stadtrat weiter. Das habe in wenigen Jahren zur Konsequenz, dass das Eigenkapital aufgebraucht und die Weiterführung des Betriebs nicht mehr möglich sei. Die Kapitalerhöhung werde für das strukturelle Defizit und die administrative Entlastung benötigt. Das Seemuseum seinerseits kann nur durch eine Quersubventionierung durch die Wohnungsmieten eine ausgeglichene Rechnung präsentieren. Dieses Geld fehle für anstehende Investitionen. «Diese Quersubventionierung könnten wir dank der höheren Beiträge senken», so Museumsleiter Christian Hunziker.
Die drei Häuser bespielen drei verschiedene Themen. «Vom See in das Weltall», sagt Christian Hunziker dazu. Mit «voller Kraft voraus» will das Seemuseum die Zukunft gestalten. Dazu gehörten innovative Vermittlungsformate und eine Profilierung im gesamten Bodenseeraum. Diese Profilierung über die regionalen Grenze hinaus ist allen drei Häusern ein grosses Anliegen und wurde mit verschiedensten Kooperationen bereits erfolgreich umgesetzt. So kann das Museum Rosenegg auf Zusammenarbeit mit Schulen, Hochschulen und dem Architekturforum KonstanzKreuzlingen zurückblicken. «Unser Fokus auf die Kernkompetenzen als Stadtmuseum beinhaltet auch die Einbeziehung unserer einzigartigen Grenzlage», so Museumsleiter David Bruder.
Teil der Bildungsstadt
In der Zahl der Besucherinnen und Besucher machen die Schulklassen einen hohen Anteil aus. 285 Klassen pro Jahr besuchen die drei Häuser. «Unsere Angebote müssen spannend sein, den Kindern Wissen attraktiv vermitteln und Spass machen», spricht Christian Hunziker für alle drei Häuser. Das bedeute aber auch eine professionelle Leitung, um die ehrenamtlich Mitarbeitenden gut betreuen zu können. «Im Planetarium beispielsweise werden die Vorführungen von Freiwilligen präsentiert, sie verfügen über das Fachwissen und die Leitung kümmert sich um die Betrieb und Strategie», beschreibt es Gabi Brunner.
Das Fazit von Gabi Brunner, David Bruder und Christian Hunziker ist klar: «Wir haben drei attraktive Häuser». Stadtrat Daniel Moos spricht von Standortattraktivität und hochwertiger Wissensvermittlung. Und Christian Hunziker ist sich sicher, dass «wir ein wesentlicher Teil der Bildungsstadt Kreuzlingen sind». Die Pflege und Bewahrung von Kulturgut, Seemuseum und Museum Rosenegg verfügen über 20'000 Objekte, die Förderung von identitätsstiftenden Werten in Gesellschaft, Kultur und Bildung sowie die Strahlkraft der Häuser über die Kantonsgrenzen hinaus könnten durch das neue Museumskonzept gesichert werden. «Und gesichert sind dann auch drei Häuser mit attraktiven Veranstaltungsmöglichkeiten», sagen die drei abschliessend.
Von Kurt Peter