10.06.2026 09:06
Verantwortung übernehmen und Ideen entwickeln
73 Stimmberechtigte Mitglieder durfte Präsident René Ramseier am vergangenen Donnerstagabend zur 134. Jahresversammlung des Gewerbevereins Weinfelden und Umgebung im «Gasthaus zum Tauben begrüssen». Er unterstrich die Wichtigkeit eines starken lokalen Gewerbes in dieser Zeit und hob hervor: «Die Zukunft entsteht in unseren Betrieben, Büros und Fachgeschäften.»
Weinfelden «Es freut mich ausserordentlich, so viele bekannte Gesichter und engagierte Unternehmerinnen und Unternehmer begrüssen zu dürfen», sagt Präsident René Ramseier die Gewerblerinnen und Gewerbler, die Vertreter aus Kultur, Politik und Gesellschaft sowie die Gäste. Er stellt fest: «Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheiten, steigende Kosten und immer neue Regulierungen forderten uns im vergangenen Jahr täglich heraus.» Er bezeichnet es deshalb als wichtig, dass sich der Gewerbeverein nicht nur mit Herausforderungen befasst, sondern auch mit Chancen, zumal die Zukunft gestaltet werde von Menschen, die Verantwortung übernehmen und Ideen entwickeln und bereit sind anzupacken und das macht das hiesige Gewerbe aus.
Gutes Verhältnis zwischen Wohnen und Arbeiten
Jonas Niggli von der Thurgauer Kantonalbank, Leiter Geschäftskunden Mittelthurgau und Thurgau See, hebt hervor: «Auch in der heutigen digitalen und schnelllebigen Zeit sind Anlässe wie der heutige und der damit verbundene Austausch unter Menschen sehr wertvoll und das Gewerbe ist das Rückgrat der lokalen Wirtschaft.» Dieses schaffe Arbeitsplätze, bilde Lernende aus und leiste täglich einen wichtigen Beitrag an die Lebensqualität und Standortattraktivität der Region. «Kurze Wege sind mit Blick auf die Stadtplanung ein Gebot der Stunde. Dort schlagen wir auch die Brücke zwischen ihnen und uns, denn ein attraktiver Ort zeichnet sich aus durch ein gutes Verhältnis zwischen Wohnen und Arbeiten», unterstreicht Stadtpräsident Simon Wolfer, «und für einen guten Mix leistet das Gewerbe täglich einen massgeblichen Beitrag. Insbesondere mit Blick auf die momentane Bautätigkeit in verschiedenen Strassen der Stadt hebt Wolfer die Wichtigkeit der Kommunikation zwischen Behörde und Gewerbe hervor. «Lassen sie uns die jetzigen und kommenden Herausforderungen gemeinsam meistern», appelliert Wolfer.
Bedarf an qualifizierten Fachkräften steigt
«Die nach wie vor die instabile weltwirtschaftliche Lage, geopolitische Spannungen und protektionistische Tendenzen sorgen zusammen mit internationalen Handelskonflikten für anhaltende Unsicherheit», stellte Amtsleiter Daniel Wessner vom Amt für Arbeit und Wirtschaft fest. Im Zusammenhang mit der aktuellen Situation auf dem Arbeitsmarkt und den Arbeitskräftemangel in der Ostschweiz stellt er fest: «Der demografische Wandel prägt den Arbeitsmarkt und so hat sich der Arbeits- und Fachkräftemangel trotz der wirtschaftlichen Abschwächung nicht entschärft.» Mit Blick auf die Zukunft werden laut Wessner deutlich mehr Erwerbspersonen aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden, als neu eintreten. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualifizierten Fachkräften in zahlreichen Branchen weiter an. «Besonders betroffen sind unter anderem das Gesundheitswesen, dass Baugewerbe, technische Berufe, die Industrie sowie der IT- und Digitalisierungsbereich», prophezeit der Amtsleiter. Hinzu kommen für ihn veränderte Erwartungen an Arbeitsmodelle, zunehmende Qualifikationsanforderungen und Passungsprobleme zwischen offenen Stellen und verfügbaren Arbeitskräften. Die Sicherung von Fachkräften wird für ihn somit immer mehr zu einem zentralen Standort- und Wettbewerbsfaktor. Ferner bleibt für Wessner im Kanton Thurgau die Entwicklung der Industrie von zentraler Bedeutung, da der sekundäre Sektor sowohl eine tragende Rolle für die Wertschöpfung als auch für die Beschäftigung spielt.
Einstimmigkeit für alle Geschäfte
Effizient und unkompliziert erfolgt die Abwicklung der statutarischen Geschäfte. Einstimmig genehmigen die Anwesenden den präsidialen Jahresbericht, die von Christof Kessler vorgelegte Jahresrechnung 2025. Viel Lob und Dankeswort gibt es seitens Präsident René Ramseier für die beiden zurücktretenden Vorstandsmitglieder Neta Ismaili, Ressort Kommunikation, und Peter Kimpel, Ressort Fachgeschäfte. Einstimmig wählen die Stimmberechtigten Cornelia Spiess Brunner neu in den Vorstand und bestätigen für eine weitere Amtsdauer die Bisherigen: René Ramseier (Präsident), Marcel Schmid (Vizepräsident und Ressort Digitale Medien), Christof Kessler (Ressort Zentrale Dienste), Sabina Quinz (Ressort Events) und Amato Di Paolo (Ressort Bildung und Kommunikation).
Werner Lenzin