Die Emmishofer Narren tauschen den Fonduekeller im Sallman'schen Haus gegen das Gastro Park 84. Aber nur auf Zeit. mul
02.10.2026 07:00
«Chli stinke muess es»
Die Narrengesellschaft Emmishofen hat eine Alternative für ihren Fonduekeller am Jahrmarkt gefunden
Jahrzehntelang gehörte der Fondue-Plausch der Narrengesellschaft Emmishofen zum Jahrmarkt wie Bahnen und Buden. Nun zieht der Anlass für rund vier Jahre vom Fonduekeller im Sallmann'schen Haus in den Gastro Park 84 (ehemals Parkcafi) vis a vis Bärenplatz. Präsident Beni Lussi und Narr Markus Baiker zeigen, was sich verändert und was bleiben soll.
Kreuzlingen Beni Lussi und Markus Baiker stehen im Gastro Park 84 an der Bar und stellen sich vor, wie hier bald Caquelons, Teller und Gäste den Raum füllen. Und vor allem eins: der feine Fondueduft. «Chli stinke muess es bekanntlich», sagt Baiker und lacht. Der Umzug erfolgt nicht freiwillig. Neue Sicherheitsvorgaben machen den bisherigen Betrieb im Narrenkeller so nicht mehr möglich. Vor allem die Fluchtwegsituation bereitet Probleme: Die bestehende Doppeltüre mit breiter Treppe gilt nicht als Regelkonformer Notausgang, langfristig braucht es einen zusätzlichen direkten Notausgang. Verschiedene Varianten wurden geprüft, auch ein Zelt. «Einen wirklich vergleichbaren Ort gibt es nicht», sagt Lussi. Der Fonduekeller darf aktuell nur 50 Gäste beherbergen. «Jeweils zehn Narren sind am Werk, bliebe also nur Platz für 40 Gäste - statt wie bisher um die 100», so Baiker.
Neuer Ort, neue Abläufe
Mit dem Gastro Park 84 und seinen Pächtern hat die Narrengesellschaft nun eine Übergangslösung gefunden. Und laut den Narren eine sehr Gute. Für sie eine Umstellung, welche die Narren aber gerne in Kauf nehmen. Denn den Fondueplausch absagen, kommt nicht in Frage. «Die Laufwege sind anders, Küche und Gästebereich sind getrennt und natürlich fehlt der Keller-Charme», zählt Lussi auf. Doch mit der richtigen Dekoration werde sich der Raum in eine gemütliche Fonduestube verwandeln. Gleichzeitig erhoffen sich die Organisatoren wie bisher viel Laufkundschaft. Die Rückkehr in den originalen Fonduekeller bleibt aber das Ziel. In den kommenden drei bis vier Jahren soll dort im Rahmen des städtischen Bauvorhabens auch die Erschliessung neu gelöst werden. Die nächsten Planungsschritte bis zum Baugesuch haben bereits begonnen. Bis dahin zieht die Narrengesellschaft mit Caquelons, Helfercrew und viel Tradition ein Stück weiter. Der Keller fehlt – der Fondue-Plausch bleibt, denn «Fondue isch guet und git e gueti Lune.» Oder wie Markus Baiker kurz sagt: «FIGUGEGL».
Am Jahrmarktsmontag wird bereits um 11 Uhr Fondue serviert, an den übrigen Tagen um 16 Uhr. Reservationen sind ab sofort möglich; besonders für Freitag, den 23. Oktober und Samstag, den 24. Oktober, empfiehlt sich eine Anmeldung unter der Mailadresse von Markus Baiker:
baikerm@bluewin.ch.
Desirée Müller