Barbara Hummel und Guido Leutenegger präsidieren das Wahlkomitee von Stadtratskandidatin Judith Ricklin. Kurt Peter
26.03.2026 05:00
Ein Angebot für Kreuzlingen
Judith Ricklin kandidiert für die SVP in den Stadtrat - Sie ist für alle Departemente offen
Der Stadtratswahlkampf ist mit der Ankündigung von Judith Ricklin für das Amt zu kandidieren, eröffnet. Die SVP-Gemeinderätin sieht sich als geeignete Person um «gute Lösungen für alle zu finden, das Zusammenleben zu fördern und die lebenswerte Stadt zu erhalten».
Kreuzlingen Im Ladenlokal Natur Konkret gab am Dienstagmorgen die SVP die Kandidatur von Judith Ricklin bekannt. Ex-Stadtrat Guido Leutenegger begrüsste zur Medienkonferenz «sicher nicht als SVP-Mitglied sondern aus der Überzeugung, dass Judith Ricklin eine fähige Kandidatin mit Kernkompetenzen ist und auch, weil Stadtratswahlen nichts mit Parteipolitik zu haben». Er bezeichnete sich und Barbara Hummel auch nicht als «Wahlkampfleiter» sondern «wir machen den Stimmberechtigten ein Angebot».
Menschen kommen zuerst
SVP-Präsident Stefan Klauer zeigte sich davon überzeugt, dass die Partei die beste Kandidatin ins Rennen schicke. Judith Ricklin stehe für einen klaren Kurs und sei bekannt dafür, sich für Lösungen einzusetzen. «Sie ist offen und ehrlich und kann auf eine lange politische Erfahrung zurückblicken». Judith Ricklin steht zu ihrer Kandidatur mit Überzeugung: «Ich will Stadträtin werden», sagte die 1971 in Münsterlingen geborene und in Kreuzlingen aufgewachsene Politikerin.
2015 wurde sie in den Gemeinderat gewählt und präsidierte diesen 2019/2020. Seit 2019 sitzt Judith Ricklin im Grossen Rat und seit 2020 ist sie Vizepräsidentin der SVP Thurgau und im Vorstand der SVP Schweiz. Sie wolle sich als Stadträtin für eine lebenswerte Stadt einsetzen und «für mich kommt der Mensch schon immer zuerst». Dieses Motto sei auch auf ihren beruflichen Werdegang als Kindergärtnerin und Primarschullehrerin zurückzuführen.
Naherholungsgebiete sind heilig
Auch aufgrund dieser Erfahrungen sei ihr die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Schule und Eltern sehr wichtig. «Die Schule ist ein zentraler Teil des gesellschaftlichen Lebens, das in Kreuzlingen von Begegnungen lebt und ich werde mich dafür einsetzen, dass diese öffentlichen Räume gepflegt und sicher gemacht werden». Sie schätze das rege Vereinsleben und das grossartigen Angebot an Sport, Kultur und Freizeit. Und sie sprach das grosse Thema «Verkehr» an. «Wir brauchen praxistaugliche Lösungen für alle Verkehrsteilnehmer, wir müssen bei der Problemlösung alle einbinden und dürfen dabei das wichtige Gewerbe nicht vergessen», macht sie ihre Sicht klar.
Spielräume in der Verkehrspolitik seien zu nutzen, erklärte sie weiter. Die Strassen im Zentrum sollten schnelle Verkehrswege für alle Teilnehmenden sein und deshalb gehörten Bäume in die Quartiere und nicht auf die Strasse. Doch es gebe Probleme, die Kreuzlingen nicht alleine lösen könne und «sollte es je eine Südumfahrung geben, dann muss diese so naturverträglich gestaltet werden wie nur möglich». Denn, so Judith Ricklin: «Die Naherholungsgebiete sind der Kreuzlinger Bevölkerung heilig und wir müssen sie schützen und fördern».
Prioritäten setzen
«Gute Stadtpolitik nimmt Meinungen ernst und hört zu», erklärte Judith Ricklin. Diese Eigenschaften gehörten zu ihrer Stärke, aber auch Exekutiverfahrung und der Wille zur Umsetzung von Problemlösungen. Deshalb gebe es für sie auch kein «Wunschdepartement». Klar wurde sie bei der Abstimmung über die Sanierung und Neubauten der Stadtverwaltung: «Es ist Zeit, das Projekt umzusetzen, es vereint positiv Restaurierung und Neubau». In Zukunft müsse auch ein Projekt Bärenplatz kommen, denn «hier haben wir noch nichts gewonnen». Gesunde, stabile Finanzen seien ihr wichtig, es müssten Prioritäten gesetzt und bei finanziellen Verpflichtungen vorsichtig gehandelt werden.
Steuererhöhungen seien nach Möglichkeiten zu vermeiden und beim Budgetprozess «müssen wir über die Bücher, städtische Steuerpolitik wird jährlich gemacht». Der Stadtrat müsse die Bedürfnisse solide absichern. «Finanzielle Verantwortung ist keine trockene Zahlensache, sondern Voraussetzung für Vertrauen».
Von Kurt Peter