04.03.2026 16:00
Früherkennung unter Druck
Mammografie‑Screening für Frauen soll abgeschafft werden
Der Kanton Thurgau prüft im Rahmen der Aufgaben- und Verzichtsplanung die Einstellung des Mammografie-Screenings ab 2027. Mit dieser Massnahme könnten jährlich rund 670'000 Franken eingespart werden. Doch der mögliche Verzicht sorgt für Kritik, insbesondere bei den Die Mitte Frauen Thurgau. Sie warnen davor, dass die Streichung vor allem eines gefährden würde: die erfolgreiche Früherkennung von Brustkrebs.
Thurgau Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. Fachleute betonen seit Jahren, dass die Früherkennung entscheidend für das Überleben ist: Wird ein Tumor früh entdeckt, steigen die Heilungschancen deutlich, und die Behandlungen fallen meist weniger belastend aus.
Das kantonale Screening-Programm ermöglicht Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre eine Mammografie, ein Angebot, das im Thurgau seit 2011 besteht und besonders Frauen erreicht, die sonst kaum zur Vorsorge gehen würden. Studien aus mehreren Schweizer Kantonen zeigen, dass organisierte Programme Tumoren häufiger im frühen Stadium entdecken, was sowohl die Überlebenschancen erhöht als auch Operationen und Chemotherapien reduziert. Hinzu kommt ein finanzieller Aspekt, der gegen die geplante Sparmassnahme spricht: Je später Brustkrebs erkannt wird, desto teurer werden die Behandlungen. Die heute eingesparten 670'000 Franken könnten langfristig ein Mehrfaches an Folgekosten verursachen, von den menschlichen Folgen ganz zu schweigen. Die Frage nach dem Mammografie‑Screening ist weit mehr als eine Budgetposition. Es geht um die gesundheitliche Verantwortung des Kantons und um die grundsätzliche Frage, ob kurzfristige Einsparungen langfristige Risiken rechtfertigen können. Und genau diese Frage stellt sich nicht nur bei diesem einzelnen Punkt der Aufgaben‑ und Verzichtsplanung. Mehrere vorgeschlagene Massnahmen folgen derselben Logik: heute sparen, morgen womöglich deutlich höhere Kosten oder belastendere Folgen in Kauf nehmen. Darum lohnt es sich, jede Sparmassnahme nicht nur finanziell, sondern auch gesellschaftlich sorgfältig zu prüfen.
Früherkennung rettet Leben. Einsparungen nicht.
Die Mitte Frauen Thurgau