Jennifer Rickenbach und Urban Ruckstuhl machen Werbung für die Geschenkkarte, die einen 10 Prozent-Bonus anbietet. ⋌Kurt Peter
05.11.2026 04:00
Mit Aktionen Kaufkraft stärken
TGshop Fachgeschäfte bieten 10-Prozent-Bonus auf die Geschenk-Karte - Optimistisch in die Zukunft
Mit der Thurgauer Geschenkkarte wollen die Fachgeschäfte den umsatzstarken Monaten Ende Jahr einen weiteren Schub geben. Ein Bonus von zehn Prozent gilt bis Ende Jahr. Das allein genügt aber nicht, die Kundinnen und Kunden in die Geschäfte zu bringen.
Kreuzlingen Am Montagnachmittag stellte TGshop Fachgeschäfte Thurgau die Thurgauer Geschenkkarte vor. Präsidentin Jenifer Rickenbach und Urban Ruckstuhl von der Papeterie und Buchhandlung Bodan AG rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft die Geschenkkarte vor. »November und Dezember sind die umsatzstärksten Monate des Jahres», sagt Jennifer Rickenbach, «die Geschenkkarte trägt dazu bei, dass möglichst viel Kaufkraft in der Region bleibt». Wer eine Karte für beispielsweise 100 Franken kauft, kann damit für 110 Franken einkaufen. Die Aktion gilt bis 31. Dezember.
3,3 Millionen Franken
Die Karte ist eine Erfolgsgeschichte. Seit 2009 wurden 3,3 Millionen Franken an Geschenkkarten erworben, «davon sind 800'000 Franken noch offen», erklärt Jennifer Rickenbach. TGshop wolle mit der Aktion auch den Kundinnen und Kunden danke sagen. Und «wer eine Thurgauer Geschenkkarte verschenkt, macht nicht nur jemandem Freude, er unterstützt auch die lokalen Fachgeschäfte und Restaurants». Einlösbar ist die Karte in 130 Fachgeschäften und Restaurants im Kanton. «Bei den teilnehmenden Fachgeschäften ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen».
Die Geschenkkarte allein reiche aber nicht aus, Leben in Innenstädte und Kundschaft in die Fachgeschäfte zu bringen. Jennifer Rickenbach und Urban Ruckstuhl sind sich einig: «Die Geschäfte müssen aktiv sein, Aktionen und Events anbieten». Für Urban Ruckstuhl sind Lesungen ein logisches Angebot. Autorinnen und Autoren brächten Publikum und somit auch Kundschaft in die Geschäfte. «Mit Lesungen locken wir Kundschaft an und wer schon mal da ist, schaut sich auch um».
Gemeinsam noch stärker
«Neben solchen Einzelaktionen sind auch gemeinsame Auftritte wichtig», weiss Jennifer Rickenbach. Wie etwa Abendverkäufe, der Wyfelder Fritig oder das Kreuzlinger Gewerbedörfli im Dezember. Die Stärken der Fachgeschäfte müssten immer wieder hervorgehoben werden. Jennifer Rickenbach ist sich sicher: «Die Begegnung im Laden wird wieder an Stellenwert gewinnen, auch wenn Onlineshopping für uns eine grosse Herausforderung ist». Beide sind davon überzeugt, dass die Fachgeschäfte Vorteile nutzen und die Kindschaft behalten kann. «Wir sind jedenfalls optimistisch, was den Umsatz in den Geschäften angeht», sagt Jennifer Rickenbach.
Die Umfrage in Kreuzlingen, präsentiert an der diesjährigen Jahresversammlung von Gewerbe Kreuzlingen, zeigt ein positives Resultat. Fast 40 Prozent der teilnehmenden Fachgeschäfte erwarten für dieses Jahr einen höhren Umsatz, ein Jahr zuvor waren es null Prozent. Die oft zitierte Herausforderung «Einkaufstourismus» scheint in Kreuzlingen, trotz der Grenznähe, wenig Einfluss zu haben. Jedenfalls bezeichnete keines der Fachgeschäfte als stark. «Der Gewinn beim Einkaufstourismus wird ohnehin überschätzt», sagt Jennifer Rickenbach. Der Einkaufstourismus nehme zwar weiter zu, doch: «In dem Bericht wird deutlich, dass die Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten die Preisunterschiede oft überschätzen: Sie glauben, dass Konsumgüter in der Schweiz durchschnittlich 66 Prozent teurer sind als im Ausland, während der tatsächliche Unterschied 40 Prozent beträgt», zitiert sie eine Studie der Universität St. Gallen.
Von Kurt Peter