Susanne Burgmer (l.) und Seraina Perini sind erfreut über das Ergebnis der Rechnung 2025. Bild: Nico Wrzeszcz
01.04.2026 08:50
Rechnungen sind ein Glücksfall
Schule Kreuzlingen schliesst Rechnungen 2025 erfreulicherweise mit einem Gewinn ab
Vor allem dank einem höheren Steuerertrag, bedingt durch den kantonalen Veranlagungsrückstand aus früheren Jahren, schliesst die Rechnung mit einem erfreulichen Gewinn ab. Ohne diese Mehreinnahmen wäre das Resultat, auch mit der Steuerfusserhöhung um 4 Prozent in der Primarschule, negativ ausgefallen.
Kreuzlingen Der Kernauftrag der Schule sei Bildung. Dies erfordere einen bewussten Umgang mit Steuergeldern. «Der Anspruch an die Schule hat sich in den vergangenen Jahren stetig verändert. Das Ergebnis der Rechnung ist eine Art Rechenschaftsbericht, was mit den Steuergeldern geschieht», erklärte Schulpräsidentin Seraina Perini an der Medienkonferenz. Die zweitgrösste Schulgemeinde im Kanton Thurgau wolle ein Gleichgewicht schaffen zwischen den Kindern, den Jugendlichen und den Mitarbeitenden. «Im letzten Sommer sind wir in die neue Legislatur gestartet, haben unsere Ziele definiert und personell besetzt.» Unter anderem wurde die Schulsozialarbeit angepasst, die Schule mit Tagesstruktur wurde um 30 Plätze erweitert.
Primarschule mit deutlichem Gewinn
Im Budget 2025 habe die Primarschule den Steuerfuss um 4 Prozent auf 50 Prozent erhöht, dies wurde mit 54 Prozent Zustimmung bewilligt. In der Rechnung 2025 schliesse die Primarschule mit einem Gewinn von 3,285 Millionen Franken ab, budgetiert war ein Verlust von 1,217 Millionen Franken. «Die Mehreinnahmen sind insbesondere auf ausserordentlich hohe Mehreinnahmen bei den Steuern zu rückzuführen. Die Mehreinnahmen stehen im Zusammenhang mit dem kantonalen Veranlagungsrückstand aus früheren Jahren und werden voraussichtlich wenig nachhaltig sein. Ohne diese Mehreinnahmen wäre das Resultat, auch mit der Steuerfusserhöhung um 4 Prozent, negativ ausgefallen», sagte Susanne Burgmer, Leiterin Finanzen. Die Abweichung von Budget zu Rechnung beträgt 4,403 Millionen Franken.
Bei den Investitionen wurde weniger ausgegeben als budgetiert. Hier wurde mit Ausgaben von 8,182 Millionen Franken gerechnet, die Ausgaben beliefen sich lediglich auf 5,945 Millionen Franken. In der Detailansicht wurde für die Primarschule 3,2 Millionen Franken Mehreinnahmen durch Steuern erzielt, 0,3 Millionen Franken durch die Grundstückgewinnsteuer. «Dazu kommt zudem ein Minderaufwand bei den Personalkosten von 400'000 Franken. Diese sind aber auf eine niedrigere Teuerungsrate zurückzuführen», so Susanne Burgmer. Dennoch sei der Personalaufwand im Vergleich zum Jahr 2024 um 700'000 Franken gestiegen. Zudem sei der Beitrag an den Finanzausgleich geringer ausgefallen.
Auch Sekundarschule im Plus
Neben der Primarschule konnte auch die Sekundarschule die Rechnung 2025 mit einem Gewinn abschliessen, wenn auch in einem geringeren Rahmen. Hier habe es keine Erhöhung des Steuerfusses gegeben, der Gewinn sei hauptsächlich auf die Veranlagungen zurückzuführen. «Die damit höher ausfallenden Steuereinnahmen sind jedoch nicht nachhaltig». So schliesse die Rechnung mit einem Gewinn von 1,166 Millionen Franken ab, budgetiert war ein Verlust von 1,130 Millionen Franken. Das entspricht einer Abweichung von 2,296 Millionen Franken.
Wurden bei den Investitionen Ausgaben von 3,235 Millionen Franken budgetiert, wurden lediglich 2,860 Millionen Franken ausgegeben, allen voran für die Sanierungen im Schulzentrum Pestalozzi und Egelsee. Im Detail wurden 1,2 Millionen Franken mehr Steuern eingenommen als erwartet, die Grundstückgewinnsteuer sei geringer ausgefallen. Das liege an Verschiebungen zwischen Primar- und Sekundarschule. «Auch bei den Personalkosten wurden 800'000 Franken weniger ausgegeben als budgetiert, zudem ist der Personalaufwand um 200'000 Franken im Vergleich zum Vorjahr gesunken.» Das habe unter anderem seinen Grund in der Neuausrichtung der Schulsozialarbeit.
Liegenschaften weiter im Fokus
In den vergangenen Jahren sei bereits viel in die Liegenschaften investiert worden, dies werde auch in den kommenden Jahren fortgesetzt. So wurden im Zeitraum von 2016 bis 2025 sowohl in die Primar- als auch die Sekundarschule jeweils 31 Millionen Franken investiert. Ein grosser Investitionspunkt seien aktuell die Projekte Schoderbach und Erweiterungsbau Seetal. «Zudem werden wir auch die Verwaltung sanieren müssen. Dies wird dann im Budget 2027 zu Buche stehen», hielt Seraina Perini fest.
Beim genaueren Blick auf die Ausgabe lasse sich festhalten, dass der grösste Anteil auf das Schulhaus Schoderbach falle. Dazu wurde in den Schulhäusern die Beleuchtung auf LED umgestellt, der Hort am Bachweg erhielt ein neues Dach und eine neue Fassade. In der Sekundarschule wurde ebenfalls die Beleuchtung auf LED umgestellt, der grösste Ausgabenanteil falle auf die Altbausanierung des Schulzentrums Pestalozzi.
Eigenkapital weiter abbauen
Mit Vorausblick auf die kommenden Jahre werden sowohl Primar- als auch Sekundarschule ihr Eigenkapital kontinuierlich abbauen. «Die Richtung stimmt, wir bauen unser Eigenkapital in einem gesunden Rahmen ab», so Seraina Perini. Die Stabilität bei den Finanzen sei bei der aktuellen politischen Lage ein guter Begleiter, der ein gewisses Mass an Beständigkeit mit sich bringe. Bei der Ergebnisverwendung werde die Primarschule einen Betrag von 2,7 Millionen Franken in den Erneuerungsfonds Baufolgekosten einlagern, rund 585'000 Franken werden dem Eigenkapital zugeschrieben. Dieses belaufe sich für die Primarschule auf 22,2 Millionen Franken. Der Sekundarschule werde der Betrag von 700'000 Franken in den Erneuerungsfonds Baufolgekosten eingelagert, dem Eigenkapital werden rund 466'000 Franken zugeschrieben. Bei der Sekundarschule belaufe sich das Eigenkapital auf 20,8 Millionen Franken.
Von Nico Wrzeszcz