08.01.2026 11:29
«Umsetzen, umsetzen» läuft auf Hochtouren
Stdatpräsident Thomas Niederberger blickt zurück und voraus - 2026 kommt Verwaltungsneubau an die Urne
Stadtpräsident Thomas Niederberger blickt zufrieden auf das Jahr 2025 zurück. Neben zwei gewonnen wichtigen Abstimmungen erwähnt er die durch den Gemeinderat genehmigten Projekte sowie sportliche Höhepunkte und das vielfältige kulturelle Angebot in der Stadt als Höhepunkte.
Zufrieden darf der Stadtrat wohl mit den beiden wichtigen Abstimmungen Betriebsgebäude und Bodensee-Arena sein.
Thomas Niederberger: Absolut! Im Februar bewilligten die Stimmberechtigten den Kredit für den Neubau des Betriebsgebäudes Energie Kreuzlingen. Das war ein grosser Erfolg und für Energie Kreuzlingen ein ganz wichtiger Schritt in die Zukunft. Dass der Sanierungskredit für die Bodensee-Arena mit über 70 Prozent angenommen wurde ist ein deutliches Zeichen der Bevölkerung, welchen Stellenwert die Anlage geniesst. Wir sind jetzt an der Umsetzungsphase und der Bauherrenvertreter wird im Januar bestimmt. Beide Abstimmungen zeigen, dass wir im Legislaturmotto «umsetzen, umsetzen, umsetzen» gut unterwegs sind. Das trifft auch im Gemeinderat zu. Das Dach für Bushof und die Baurechtsverträge mit Minigolf, Ruderclub und Centro Italiano wurden genehmigt.
Ausserhalb der Politik: Was war für Sie im vergangenen Jahr erfreulich?
Was mich jedes Jahr freut sind die sportlichen Erfolge. Traditionell feuern wir diese mit den Wasserballern und der Gymnastikgruppe. Im vergangenen Jahr kam der Aufstieg des FC Kreuzlingen in die Promotion League dazu. Dieser Erfolg hat mich sehr gefreut und er zeigt, dass der Stadtrat mit der Unterstützung der Sport- und Kulturvereine auf dem richtigen Weg ist. Auch in der Kultur sind wir auf Zack. Im kommenden Jahr beginnen die Umbauarbeiten im Kult-X, um eine noch bessere Infrastruktur zu schaffen.
Aber nichts geht ohne das Engagement der Vereine.
Das ist natürlich richtig. Als Verwaltung sehen wir, was die Mitglieder leisten, wir sind froh um das grosse Engagement. Die Stadt unterstützt mit finanziellen Beiträgen und Infrastruktur, die Vereine machen die wertvolle Arbeit vor Ort. Diese Kombination macht es aus. Immer wieder stehen Vereine oder Einzelsportlerinnen und Einzelsportler ganz oben in den Wettkämpfen und den Ligen stehen, immer wieder aber auch gehören sie zu den erfolgreichen, wenn es um kantonale Ehrungen geht. Ich verstehe den Wunsch des FC Kreuzlingen für eine Überdachung der Tribüne, in den kommenden Jahren werden wir sicher eine Lösung finden.
Apropos Sportanlagen. Die Zentrumsgemeinden beklagen sich über die ihrer Meinung nach ungerechten Zentrumslasten.
Ja, das ist ein Problem, denn eine Berechnung der grossen Gemeinden hat ergeben, dass sie Lasten tragen, die kleine Gemeinden nicht haben. Der Kanton hat einen Wirkungsbericht erstellt, der aufzeigt, dass Korrekturen nötig sind, allerdings hat er keine Massnahmen ergriffen. Das ist wohl auf die grosse Uneinigkeit bei diesem Thema in den Gemeinden zurückzuführen.
Das haben die Zentrumsgemeinden zum Anlass genommen, die Medien zu informieren?
Genau. Die kantonalen und die regionalen Zentren haben auf das Problem aufmerksam gemacht. Sie stellen Infrastrukturen im Sport-, Freizeit- und Kulturbereich zur Verfügung, die von den Nachbargemeinden genutzt werden, ohne finanzielle Beiträge zu leisten. Ausserdem bemängeln die Gemeinden die Beiträge des Kantons, die oft unterhalb der gesetzlich vorgesehenen Summen liegt. Eine Anpassung des Finanzausgleichs wird angestrebt. In Kreuzlingen haben wir eine bessere Situation, weil unsere Nachbargemeinden im Bezirk bereit sind, sich mit Betriebsbeiträgen am Bad Egelsee und der Bodensee-Arena zu beteiligen.
Wie geht es jetzt weiter?
Der Regierungsrat hat die heisse Kartoffel an der Verband Thurgauer Gemeinden weitergegeben. Der Verband soll einen Vorschlag bringen, meint die Regierung. Also stellen wir einen paritätisch breit abgestützten, runden Tisch zusammen, der die Probelmatik diskutieren wird. Wir suchen einen Termin, Anfang Jahr 2026 soll die erste Sitzung erfolgen.
Der Kanton ist finanziell ja nicht auf Rosen gebettet. Wie sieht es in Kreuzlingen aus?
Unsere finanzielle Lage ist sehr stabil. Es stimmt, dass wir mit den anstehenden grossen Projekten in eine Verschuldung kommen, es zeigt sich aber auch, dass wir aus eigener Kraft daraus herauskommen. Dies ist für Städte und Gemeinden normal, zumal sie aufgrund des harmonisierten Rechnungsmodells 2 keine Rückstellungen mehr machen dürfen. Hochbauten beispielsweise müssen auf 33 Jahre abgeschrieben werden. Das versteht man unter einer generationengerechten Finanzierung.
Blicken wir auf das kommende Jahr. Die unendliche Geschichte des Verwaltungsbaus soll endlich abgeschlossen werden.
Die Abstimmung über die Sanierung und Erweiterung der Verwaltung und dem Umbau des Sallmanschen Hauses für die gesamten Sozialen Dienste ist ganz wichtig und wird die Verwaltung intensiv beschäftigen. Im Januar 2026 wird das Geschäft in den Gemeinderat kommen, im Juni findet diese wichtige Volksabstimmung statt. Ein Ja zur Vorlage gäbe eine ganz wichtige Planungssicherheit. Das vorliegende Projekt bringt dem Kreuzlinger Zentrum eine enorme Aufwertung und ist bisher auf sehr positives Echo gestossen.
Und bei einem Nein zu dieser Vorlage?
Dann stehen wir vor einem Scherbenhaufen. Nach einer schier endlosen, 40- bis 50 jährigen Geschichte, nach vielen verworfenen Projekten und unzähligen schubladisierten Plänen, nach der erfolgreichen Abstimmung über das Projekt Schlussstein und der ebenfalls erfolgreichen Initiative zur Freihaltung der Festwiese wäre es wirklich nicht einfach, eine neue Lösung zu finden. Auch wenn der Schlussstein dann wieder auf dem Tisch liegen würde. Heftige Diskussionen wären sicher die Folge. Bei einer Zustimmung zum neuen Projekt könnten wir die Abstimmung über den Schlussstein aufheben und die Gestaltung des Bärenplatzes sowie den Bau der Tiefgarage an die Hand nehmen.
Was steht 2026 noch auf der städtischen Agenda?
Im März wird im Gemeinderat über die Wärmestrategie debattiert. Ausserdem haben wir das Museumskonzept überarbeitet, über das der Gemeinderat ebenfalls im Januar entscheiden und das Stimmvolk im September befinden wird. Und dann stehen bereits wieder Wahlen an. Denn ebenfalls im September gibt es den ersten Wahlgang ins Stadtpräsidium und in den Stadtrat. Es ist kein Geheimnis: Ich werde wieder als Stadtpräsident von Kreuzlingen antreten, denn die Aufgabe gefällt mir nach wie vor sehr gut und ich möchte die anstehenden Projekte weiter begleiten.
Interview: Kurt Peter