Faszination Wissenschaft: Kinder verstehen viel wenn man richtig erklärt
Professor Bummbastic kommt am Samstag, 22. November, mit seiner Wissenschafts-Show nach Weinfelden in den Thurgauerhof. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Bühnenstar?
Professor Bummbastic kommt am 22. November mit seiner Show nach Weinfelden. Bild: zVg
Professor Bummbastic kommt am Samstag, 22. November, mit seiner Wissenschafts-Show nach Weinfelden in den Thurgauerhof. Doch wer steckt eigentlich hinter dem Bühnenstar?
Weinfelden Der Mann auf der Bühne und der Mann hinter der Figur sind sich sehr viel ähnlicher, als man vielleicht glaubt. «Es steckt sehr viel von mir selbst in der Figur des Professor Bummbastic, vor allem die Neugier an der Wissenschaft. Optisch unterscheiden wir uns natürlich ein wenig», erklärt Raphael Oldani, die Person hinter Professor Bummbastic, im Interview. «Ich möchte auf der Bühne nicht der verrückte oder zerstreute Professor sein. Vielmehr bin ich eine Art Vertrauensperson, können einige der Experimente durchaus auch etwas gefährlicher sein.»
Im Privatleben ist Raphael Oldani verheiratet, hat zwei Kinder, eine Lehre als Hochbauzeichner abgeschlossen und sich nach einigen Jahren zum Primarschullehrer weitergebildet. Doch damit noch nicht genug. «Ich habe auch Theater gespielt. Meine Wenigkeit war schon immer eine Brutstätte für kreative Dinge, so habe ich zusätzlich noch eine Musicalausbildung in Bern abgeschlossen und stand auch in Winterthur schon mal auf der Theaterbühne», so der Aargauer. Und so kam ihm, durch die Kombination von Theater und Lehrperson die Idee, beides mit pädagogischem Inhalt miteinander zu kombinieren und den Kindern etwas beizubringen. «So ist vor etwa sieben Jahren Professor Bummbastic entstanden. Mein Programm war daher auch anfangs für Schulen gedacht.» Dort sei es sehr gut angekommen, doch viele Schulen hätten sich unter einer «Wissenschaftsshow» noch nichts Konkretes vorstellen können. Daher habe er das Konzept an die Öffentlichkeit gebracht. Und so war seine erste Vorstellung als Professor Bummbastic mit 350 Tickets direkt ausverkauft.
Neben seinem Wunsch, Primarlehrer zu werden, was er erreicht hat, wollte Raphael Oldani immer schon Astronaut werden. «Der Weltraum hat mich immer fasziniert. Diese unfassbaren Dimensionen, die Wissenschaft dahinter, die physikalischen Gesetze, aber auch das beständige in der Wissenschaft.» Aber auch der Fakt, als Lehrperson den Schülern Dinge vermitteln zu können und Fragen zu beantworten und die Schüler dabei nicht auf spätere Schuljahre zu vertrösten. So ist die Idee von Professor Bummbastic entstanden. «Ich möchte auch kompliziertere Themen aufnehmen und so erklären, dass sie auch Kinder verstehen. Ich verstehe mich daher als eine Art Bindeglied. Auf die Kinder kommen noch interessante Zeiten zu, ich bin froh, wenn ich es so schaffe, sie von den Bildschirmen wegzubringen.»
In seiner Show erfindet Raphael Oldani nichts komplett Neues. Es gehe mehr darum, die klassischen Experimente neu zu inszenieren und jedes Mal in der Ausführung zu variieren. «Die Luftringe begleiten mich seit meiner ersten Show. Und seither versuche ich in jedem Programm diese wieder neu rüberzubringen.» Kernpunkt bei der Zusammenstellung des Bühnenprogramms sei aber: was können Kinder verstehen, was wirkt denn überhaupt auf der Bühne? «Für die Kinder ist es wichtig, dass ich in meinem Programm eine Geschichte erzählen kann und die Experimente quasi aufeinander aufbauen. Dabei achte ich darauf, dass es aber meist lustig ist und ich auch die Erwachsenen und Eltern abholen kann.»
Dass er in der ganzen Show nicht jedem Besucher alles Recht machen kann, ist Raphael bewusst. «Es ist für mich nicht schlimm, wenn Kinder nicht immer alles verstehen, das gehört auch dazu, schliesslich soll es ja auch unterhaltend sein. Wenn die Kinder aber nach der Show bei ihren Eltern zu meinen Experimenten nochmals nachfragen, ist das ein Erfolg für mich.»
War Professor Bummbastic anfangs nur in der Deutschschweiz unterwegs, weitete sich das Showgebiet durch einen Sponsor auf die gesamte Schweiz aus. «Die Shows auf Französisch oder Italienisch sind für mich eher schwierig. Ich hatte jemanden gesucht, der mich hierbei unterstützen kann.» Und so wurde Profesora Bummbastic erfunden. In diese Rolle schlüpft Elena Santana, Raphael Oldanis Frau. «Es ist in vielerlei Hinsicht passend. Sie kommt ursprünglich auch von der Bühne, arbeitet auch als Lehrerin, ist mehrsprachig aufgewachsen und natürlich auch wirtschaftlich profitieren wir davon.» Und so fand auch schon eine zweisprachige Show auf Deutsch und italienisch in Locarno statt. Aber auch schon rein deutschsprachig standen Professor und Profesora Bummbastic gemeinsam auf der Bühne.
Am Samstag, 22. November, 14 Uhr, gastiert Professor Bummbastic im Thurgauerhof in Weinfelden. Mit im Gepäck: seine Show «Der Supercomputer». Hierbei stehen die Neurowissenschaften im Vordergrund und der beste Supercomputer schlechthin, das menschliche Gehirn. Auf jeden seiner Auftritte freut sich Raphael Oldani jedes Mal aufs Neue. «Ich gehe auf die Bühne, weil es mir von Herzen Spass bereitet. Ich spüre die Emotionen und versuche, den Kontakt zu den Kindern zu halten.» So stehe er oft 30 bis 45 Minuten nach Showende noch im Foyer um Fotos zu machen und in Gespräche zu kommen. «Ich denke die Nähe, die ich den Kindern biete, ist ein Teil meines Erfolgs.» Und so sind die meisten seiner Besucher zwischen 8 und 10 Jahre alt. Beworben werden seine Shows für Kinder zwischen 5 und 99 Jahren. «Am Ende ist jedes Kind anders. Jedem Kind ist es vor allem selbst überlassen, was es am Ende meiner Show für sich mitnimmt.»
Von Nico Wrzeszcz
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