Mehr Raum fürs Lernen
Sek Weinfelden baut für kommende Schülergenerationen
Mit dem Spatenstich startet die Sekundarschule Weinfelden die Aufstockung des Thomas-Bornhauser-Schulzentrums. Für 12,45 Millionen Franken entstehen zwölf Schulzimmer.
Achtung, fertig, los! Mit dem Spatenstich beginnt die Aufstockung des Thomas-Bornhauser-Schulzentrums.
Bild: Mario Testa
Mit dem Spatenstich startet die Sekundarschule Weinfelden die Aufstockung des Thomas-Bornhauser-Schulzentrums. Für 12,45 Millionen Franken entstehen zwölf Schulzimmer.
Weinfelden Schulpräsident Thomas Wieland sprach beim Spatenstich von einem bedeutenden Tag für den Bildungsstandort Weinfelden. Die Erweiterung sei das Resultat einer vorausschauenden Planung und einer klaren strategischen Entscheidung der Sekundarschulbehörde. Die Ausgangslage sei eindeutig, erklärte Wieland in seiner Ansprache: «Die Schülerzahlen steigen kontinuierlich». Was sich seit einigen Jahren in der Primarschule abzeichne, werde nun zunehmend auch auf der Sekundarstufe spürbar. «Blicken wir etwas nach vorne, zeigen sich die Dimensionen deutlich: Innert zehn Jahren werden in den beiden Weinfelder Sekundarschulzentren rund 100 Jugendliche mehr unterrichtet», sagte Wieland. Daraus ergebe sich ein Bedarf von acht bis zehn zusätzlichen Klassenzimmern sowie entsprechenden Spezialräumen.
Die Sekundarschulbehörde reagierte frühzeitig auf diese Entwicklung. Nach der Bewilligung des Projektierungskredits im Januar 2023 wurde die Schulraumstrategie vertieft überprüft. Studien wurden in Auftrag gegeben und verschiedene Szenarien für eine Erweiterung geprüft. Die Machbarkeitsstudie zeigte schliess-lich klar, dass eine Aufstockung der bestehenden Sporthallen TBS-5 die sinnvollste Lösung darstellt. Sie ermöglicht zusätzlichen Schulraum am bestehenden Standort und kann vergleichsweise rasch umgesetzt werden. Politischen Rückhalt erhielt das Projekt am 18. Mai 2025. Die Stimmberechtigten des Wahlkreises der Sekundarschule Weinfelden stimmten dem Baukredit von 12,45 Millionen Franken deutlich zu. Der Ja-Anteil betrug 70,8 Prozent bei einer Stimmbeteiligung von 43,3 Prozent. Für Schulpräsident Wieland ist dieses Resultat Ausdruck eines grossen Vertrauens in die Schulbehörde und ihre langfristige Planung. Dieses Vertrauen sei gleichzeitig auch Verpflichtung.
Die heutige Erweiterung ist möglich, weil bereits beim Bau der beiden Schulsporthallen im Jahr 2004 eine spätere Aufstockung vorgesehen wurde. Damals war sie ausdrücklich Teil des Wettbewerbprogramms. Tragstruktur, Raumkonzept und Fluchtwege wurden so dimensioniert, dass zusätzliche Schulgeschosse statisch und betrieblich realisiert werden können. Mehr als 20 Jahre später wird die Option nun umgesetzt. Durch die Erweiterung entstehen zwei zusätzliche Geschosse mit insgesamt zwölf Schulzimmern. Dazu kommen eine Lernlandschaft, ein Zeichenzimmer mit Materialraum, sechs Gruppenräume sowie zwei Arbeitsbereiche für Lehrpersonen. Im Zentrum der neuen Geschosse entsteht ein begrünter Lichthof im Aussenklima. Diese zentrale «Oase» bringt Tageslicht tief ins Gebäude und bildet einen identitätsstiftenden Mittelpunkt für den Schulalltag. Die bestehenden Betonkerne werden nach oben weitergeführt und übernehmen weiterhin die Erschliessung und den Brandschutz. Darüber spannt sich eine Holztragstruktur, die sich am bestehenden Hallensystem orientiert. Insgesamt entstehen flexible Geschossflächen von rund 2350 Quadratmetern.
Ein zentraler Vorteil des Projekts liegt im Weiterbauen auf der bestehenden Gebäudestruktur. Da die solide Basis bereits vorhanden ist, sind kaum zusätzliche Aushubarbeiten erforderlich. Das reduziert Baukosten, spart so genannte graue Energie und vermeidet zusätzliche Bodenversiegelung. Die Erweiterung wird in Holzbauweise erstellt und nutzt einen nachwachsenden Baustoff mit guter CO₂-Bilanz. Auch energetisch ist das Gebäude auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Erweiterung erfüllt die Vorgaben im Minergie-Standard. Auf dem Dach wird eine vollflächige Photovoltaikanlage installiert. Der produzierte Strom deckt den Eigenbedarf, überschüssige Energie wird in die Gesamtanlage der Sekundarschule eingespeist. Als Wärmeträger dient weiterhin die bestehende Holzschnitzelheizung der Schule. Aussenliegende Sonnenstoren, reduzierte Glasflächen gegenüber der Sporthalle sowie eine gezielte Nachtauskühlung sorgen für einen wirksamen sommerlichen Wärmeschutz. Ergänzend wird eine LED-Beleuchtung mit automatischer Steuerung installiert. Mit der Aufstockung gewinnt das Gebäude entlang der Thomas-Bornhauser-Strasse an Präsenz und fasst das Schulareal räumlich klarer. Gleichzeitig wurde bei der Planung bewusst Rücksicht auf die umliegende Bebauung genommen. Wenn alles nach Plan verläuft, soll die Erweiterung im Juli 2027 abgeschlossen sein.
Desirée Müller
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